Ob Filmstars, Fußballer oder Musiker — wer viel verdient, kann auch investieren. Diese Prominenten lassen ihre Millionen nicht einfach auf der Bank schlummern, sondern beteiligen sich an Start-ups.

Von Lena Skrotzki

Während U2-Frontmann Bono schon vor Jahren den richtigen Riecher für Wachstum hatte und in Facebook investierte, setzte Lady Gaga auf die falschen Start-ups. Manche Prominenten beteiligen sich an Start-ups, weil sie hinter der Idee stehen und die Gründer unterstützen möchten. Manche wollen sich aber auch ein zweites Standbein aufbauen, weil sie wissen, dass ihre Karriere endlich ist. Zu dieser Gruppe gehört etwa Fußball-Profi Philipp Lahm, der sich nach seiner Fußballer-Laufbahn auch ein unternehmerisches Engagement vorstellen kann. Hier zeigen wir  Prominente, die investieren – und wie es ihren Start-ups geht.

Shawn Carter, den meisten besser bekannt als Jay Z, hat neben seinem Musiktalent schon immer Gespür fürs Geschäft bewiesen: Der Hip-Hop Star war CEO des Plattenlabels Def Jam und hat den Streamingdienst Tidal mit gegründet, gerade hat der US-Telekomriese Sprint ein Drittel der Anteile übernommen. Jay Z soll nun mit Jay Brown und Sherpa Capital einen eigenen Wagniskapitalfond starten, berichten US-Medien. Auch früher hat er bereits in Start-ups investiert, so ist er beispielsweise an Uber beteiligt.

Auch Jay Zs Gattin finanziert Unternehmer: Sängerin Beyoncé investiert beispielsweise in Wassermelonen. Anfang 2016 hat sie sich am drei Jahre jungen Unternehmen WTRMLN WTR beteiligt, das Wassermelonen-Saft herstellt. Außerdem hat sie ihrem Fitnesstrainer geholfen, das Startup 22 Days Nutrition aufzubauen, das vegane Gerichte liefert. Sie investierte auch schon in andere Unternehmen wie die App Sidestep, die Fanartikel vertreibt. Über ihr Management-Unternehmen soll Beyoncé 150.000 US-Dollar in das Start-up investiert haben. Scheinbar kam das Investment zustande, nachdem die 35-Jährige bereits einige Wochen lang ihre Fanartikel über die App von Sidestep vertrieb.

Der 38-jährige US-Schauspieler Ashton Kutcher wurde mit seiner Rolle in “Two and a Half Men” zu einem der bestbezahlten Sitcom-Darsteller weltweit. Der Datenbank CB Insights zufolge hat er seit 2009 in mehr als 70 Start-ups investiert, etwa in Airbnb, Skype, Spotify, Uber, Flipboard oder Fab. Das läuft soweit ganz gut, doch für Deutschland hatte er kein Händchen: Er investierte in die Start-ups Amen und Gidsy, die bereits scheiterten.

Tennis-Star Serena Williams hat sich an Mobli beteiligt, einem Online-Dienst zum Teilen von Fotos und Videos. Mobli wurde von dem israelischen Unternehmer Moshe Hogeg gegründet, dessen Vision es ist, die Plattform zu einer visuellen Suchmaschine aufzubauen. Das Netzwerk hat bereits mehr als 22 Millionen Nutzer weltweit, wobei das Unternehmen mit Sitz in New York mit Vine und Instagram konkurriert.

Das Start-up GoButler ist hierzulande durch Joko Winterscheidt im vergangenen Jahr in den Fokus der Gründerwelt gerückt. Der digitale Concierge-Dienst hat Kunden angeboten, zahlreiche Aufgaben wie die Buchung eines Fluges, Essenslieferungen oder Wäschereinigung zu übernehmen, erlebte zu Beginn einen Hype. Inzwischen ist das Unternehmen erst hierzulande, und kürzlich auch in den USA gescheitert.

US-Sängerin Lady Gaga hat ein gutes Gefühl für Mega-Hits. Für Start-ups hat sie aber eher kein Gespür. Lady Gaga hat bei Backplane, einer Community-Plattform für Berühmtheiten nicht nur investiert, sondern bei der Entwicklung selbst mitgeholfen. Doch der Versuch, eine Marken-Plattform zu schaffen, scheiterte ebenso wie Neuausrichtungen. Jetzt ging dem Start-up das Geld aus und verkaufte an Investoren. Lady Gaga investierte auch in Turntable.fm. Das New Yorker Musik-Start-up ist jedoch inzwischen auch geschlossen.

U2-Frontmann Bono hat offensichtlich die richtige Entscheidung über die Zukunft seines Geldes getroffen: Mit der von ihm mitgegründeten Investmentgruppe Elevation Partners kaufte Bono 2009 2,3 Prozent an Facebook. Die britische Tageszeitung “The Independent” berichtete, dass der Musiker mit seinem Anteil an dem Internet-Konzern mehr Gewinn gemacht hat als mit seiner gesamten Musikkarriere.

Die meisten kennen Kevin Spacey, weil er den skrupellosen Politiker Francis Underwood in der Netflix-Serie “House of Cards” spielt. Neuerdings investiert der 57-jährige Schauspieler aber auch in Start-ups. Im vergangenen Jahr erhielt das IT-Unternehmen Wisekey aus der Schweiz, das sich auf Cybersicherheit und Datenschutz spezialisiert hat, Geld von ihm. Wie hoch der Betrag ist, wollte Gründer Moreira nicht preisgeben. Es handele sich aber um einen „signifikanten Betrag“, wie der IT-Profi der “Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung” verriet. Zuletzt hatte Spacey Geld in die Firma WoofbertVR investiert, Berichten zufolge ging es dabei umgerechnet um drei Millionen Euro.

Das Model Tyra Banks hat ihrer Firma Tyra Banks Company einen Investmentsektor angefügt, und mit dem Geld bisher vor allem in die Video-Plattform Videogram und in die Fashion-Seite The Hunt investiert. Die Shopping-Seite hilft bei der Suche nach Stücken, die diese auf Fotografien, in Kampagnen oder sozialen Netzwerkseiten gesehen haben.

Profi-Fußballer Philipp Lahm ist Anfang des Jahres als Gesellschafter beim bayerischen Familienunternehmen Sixtus eingestiegen, das vor allem Sport-Produkte herstellt. Lahm ist auch bei Danova, das analoge und digitale Vorsorgeuntersuchungen anbietet und Fanmiles als Gesellschafter eingestiegen. Das Berliner Start-up hat eine Plattform entwickelt, auf der Fans für ihre Treue erstmals direkt belohnt werden. Im Gespräch mit Wirtschaftswoche Gründer sagte der Fußball-Profi, dass er sich „auf jeden Fall vorstellen“ kann, das begonnene unternehmerische Engagement mit Sixtus und Fanmiles weiter auszubauen.

Nicolas („Nico“)lkenberg ist Automobilrennfahrer und neuerdings auch unternehmerisch im Motorsport engagiert. Der 29-Jährige investierte erst kürzlich in das Start-up Motor Miles. Mit der kostenlosen App kann man Punkte sammeln und diese gegen Motorsport-Produkte einlösen – das System funktioniert also ähnlich wie Fanmiles. Zudem gibt es regelmäßige Nachrichten, Spiele, Quiz und Wetten rund um den Motorsport.