Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von Beesharing, Nils Gerber und Otmar Trenk, an. Ihr Start-up bringt Imker und Landwirte zusammen. Wie urteilt Investor Peter Hornik?

Eine halbe Minute mit Investor Peter Hornik im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
In Europa gibt es zu wenig Bienen und Hummeln – nicht mal halb so viele natürliche Bestäuber, wie die Landwirtschaft bräuchte, um zuverlässige Erträge einzufahren. Wir haben ein digitales Netzwerk gestartet, auf dem Imker und Landwirte in einer Region zusammenfinden. Es vermittelt mehr als 30.000 Honigbienen-, Hummel- und Mauerbienenvölker, die die Imker den Bauern bereitstellen. Die Tiere bestäuben aktuell rund 2500 Hektar Ackerfläche.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Otmar hat den Dokumentarfilm „MoreThan Honey“ gesehen, in dem lange Bienentransporte kritisiert werden, die den Tieren viel Stress bereiten. Um das Problem zu lösen, haben wir Beesharing gestartet.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Imker und Bauern zahlen uns eine Provision dafür, dass wir die Bestäubung vermitteln. Auch bieten wir Seminare, auf denen Bauern lernen, wie sie die Bestäubung verbessern können. Außerdem vertreiben wir den Honig unserer Imker. Wir wissen genau, wo er herkommt.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …Wir suchen in der Nachhaltigkeit Wege, um Geld zu verdienen – nicht umgekehrt. Wir hatten Beesharing anfangs sogar als gemeinnützigen Verein gestartet.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir haben ganz junge Mitarbeiter und solche, die kurz vor der Rente stehen, aber sehr viel wissen. Wir sind fast je zur Hälfte Männer und Frauen.

Was war euer größter Rückschlag?
Das war 2015, als wir feststellten, dass unser Vorhaben als Verein nicht funktioniert. Wir hatten zu wenig Förder- und Stiftungsgeld erhalten, um die Ideen vorantreiben zu können.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann sind wir deutschland- und europaweit der führende Anbieter, wenn es um die Bestäubung geht. Und wir sind in Kalifornien aktiv, wo die Probleme noch viel größer sind als hier.

Fakten zum Start-up

Kunden: mehr als 150 Landwirte und 1000 Imker
Finanzierung: Wagniskapital, Privatinvestments, Kredit, Fördermittel
Gründung: als Verein 2014, als Firma 2016 in Hamburg
Mitarbeiter: 18

Würde der Profi investieren?

Idee: 4/5
Geschäftsmodell: 3/5
Timing: 5/5

Urteil: „Beesharing ist ein tolles Beispiel für die Kombination aus Social-Start-up sowie Gewinn- und Wachstumsorientierung. Trotzdem bleibt das Geschäftsmodell eine Herausforderung“
Peter Hornik, Gründer und Chef des Düsseldorfer Start-up-Inkubators 1st Mover

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