Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von Baqend, Felix Gessert, Hannes Kuhlmann und Florian Bücklers, an. Ihre Software macht Webseiten Tempo. Wie urteilt Investorin Kristin Müller?

Eine halbe Minute mit Investorin Kristin Müller im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Es gibt im Onlinehandel eine Erkenntnis: Lädt die Webseite nur eine Sekunde langsamer, kostet das zehn Prozent des Umsatzes, weil Nutzer abspringen. Wir haben eine Technik entwickelt, mit der E-Commerce-Seiten mindestens doppelt so schnell laden, manche sogar zehn Mal so schnell. Unsere Software komprimiert Bilder und Texte. Und sie bauen sich auch zügiger auf, weil wir die Daten auf Servern nahe der Nutzer zwischenspeichern. So müssen die Informationen nicht jedes Mal um die halbe Welt reisen. Das funktioniert selbst bei personalisierten Daten wie dem Warenkorb des Einkäufers. Das galt bisher als unmöglich.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Wir haben an der Uni Hamburg an Algorithmen für Cloud-Datenbanken geforscht. Irgendwann ist uns aufgefallen: Wow, eigentlich können wir damit jede beliebige Website beschleunigen. Also haben wir unser Start-up ausgegründet. Unser aktueller Algorithmus ist das Ergebnis der Forschung aus drei Doktorarbeiten.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Onlineshops bezahlen uns nach der Anzahl der Seitenaufrufe, die wir beschleunigt haben.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) … Innovationsfreudig wie nirgendwo sonst. Wir bringen Forschungserkenntnisse binnen Wochen in die Praxis.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir arbeiten daran: Von 17 Leuten sind 15 Informatiker, darunter sind auch zwei Softwareentwicklerinnen.

Was war euer größter Rückschlag?
Anfangs hatten Browserhersteller wie Google und Apple den Webstandard, auf dem unser Produkt basiert, fehlerhaft umgesetzt. Das hat uns Zeit gekostet.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann lädt jede von uns beschleunigte Website so schnell, dass der Nutzer keine Ladezeit mehr spürt. Und keiner will mehr auf unsere Technik verzichten.

Fakten zum Start-up

Kunden: Die Software beschleunigt 6.000 Websites, die 1,5 Milliarden Euro Shopping-Umsatz generieren
Finanzierung: Wagniskapital
Gründung: 2014 in Hamburg
Mitarbeiter: 17

Würde der Profi investieren?

Idee: 4/5
Gechäftsmodell: 3/5
Timing: 4/5

Urteil: „In Zeiten, in denen Amazon derart dominant ist, brauchen andere Onlinehändler richtig gute Webseiten. Es ist entscheidend für sie, das Shopping-Erlebnis für Kunden so reibungsfrei wie möglich zu gestalten. Baqend trifft hier den Nerv.“
Kristin Müller, Investmentmanagerin beim Bonner Wagniskapitalinvestor High-Tech Gründerfonds

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