Und im Zweifelsfall die Idee einfach aufgeben?
Nein, nicht direkt. Zunächst geht es darum, eine positive Einstellung zum Scheitern zu entwickeln. Wer das Scheitern locker sieht, bleibt psychisch gesund und erhält sich die innere Ruhe. Natürlich ist das gar nicht so einfach, wenn man gerade mit wehenden Fahnen in eine neue Firma startet: Einerseits müssen Gründer hochoptimistisch sein und für ihre Sache brennen. Andererseits dürfen sie auch nicht die Welt zusammenbrechen sehen, wenn es nicht wie geplant funktioniert. Weil wir es besonders bei Innovationen mit sogenannten Winner-Takes-all-Märkten zu tun haben, ist es am Ende oft einfach eine Glückssache, welche Innovation die Gesellschaft tatsächlich annimmt – beziehungsweise wann und von wem.

Welche Erkenntnis ziehen Sie daraus?
Dass Bescheidenheit eine der wichtigsten Tugenden für Firmengründer ist. Manchmal klappt eine Idee, weil jemand die richtigen persönlichen Qualitäten mitbringt, weil er hart arbeitet und schlau ist. Aber das ist längst keine Garantie. Manche meinen ja, der Markt untergrabe Moral und Tugend, aber wie ich zu zeigen versucht habe, erfordert marktwirtschaftliches Handeln auch Markttugenden wie hart zu arbeiten, die Kunden- und Stakeholderperspektive einzunehmen, den Konkurrenzkampf und das Scheitern zu akzeptieren.