Eine im August 2014 von Forsa durchgeführte Umfrage im Auftrag des Ökostrom-Anbieters NaturEnergiePlus hat ergeben, dass mehr als drei Viertel der Befragten bereits Upcycling-Produkte gekauft haben oder sich vorstellen können, es zu tun. Dabei spielen Umwelt- und Ressourcenschonung ebenso eine Rolle wie der Wunsch, mit dem upgecycelten Produkt etwas ganz Individuelles, jenseits der Massenware, zu besitzen.

„Die Trolleys haben Kanten und Macken, sie waren schon in Shanghai und in Rio und haben ein langes Leben hinter sich. Gerade das macht sie so charmant. Wir kämen nie auf die Idee, diese Macken zu beseitigen“, sagt Adnan Bikliqi. Zwischen 800 und knapp 1800 Euro kostet ein Trolley. „Dafür bekommen die Käufer nicht nur ein Design-Stück, sondern auch eines, das nachhaltig produziert wurde“, sagt Schäfer. Er und Adnan Bikliq achten bei der Aufarbeitung darauf, dass die Umwelt geschont wird. Sie benutzen umweltfreundliche Farben und Klebstoffe und anstatt mit Wasser werden die Trolleys mit Glasperlen abgestrahlt. „Darauf legen die Kunden wert.“

Das glaubt auch Stanislaus Teichmann. Zwar seien nach wie vor Design und Aussehen das Wichtigste, aber das Interesse an der Art der Herstellung steige immer mehr. Teichmann ist Gründer des Online-Shops Upcycling Deluxe, in dem er zusammen mit seinem Geschäftspartner Eric Pieper Produkte aus aller Welt verkauft. „In diesem Bereich entwickelt sich immer mehr, nicht nur hier in Deutschland, sondern auch international, in den USA, in Kanada und Australien. Das ganze ist kein kurzlebiger Trend, er wird sich halten, auch weil er muss. Die Ressourcen gehen aus, Upcycling ist quasi eine Notwendigkeit.“

Teichmann und Pieper begannen mit einem Stand auf dem Mauerpark-Flohmarkt in Berlin, nahmen gleich am ersten Tag 600 Euro ein und vergrößerten ihr Geschäft beständig. 2013 eröffneten sie einen Laden in der bekannten Kastanienallee im Prenzlauer Berg und nur ein paar Monate später kam ihr Online-Shop hinzu, in dem es heute rund 1500 Produkte zu kaufen gibt. Von Hüten, die zuvor alte Kaffeesäcke waren, über Postkarten, die aus Elefantendung hergestellt wurden, bis hin zu Taschen aus wiederverwertetem Gummituch.