Dort haben Sie Inspirient kennengelernt. Dieses Berliner Start-up analysiert Unternehmensdaten mithilfe von künstlicher Intelligenz und will so zu besseren Entscheidungen führen. Was hat Sie an dieser Idee gereizt?
Ich beschäftigte 1000 Mitarbeiter in der Gruppe, davon rund 700 Unternehmensberater und frage mich: Wie wird sich das Geschäft künftig entwickeln? Berater sind teuer und werden nur sehr unflexibel nach Tagessätzen abgerechnet. Außerdem verursachen sie hohe Reisekosten. Dieses Start-up arbeitet daran, dass der Kunde sich selbst berät. Die automatische Datenanalyse ersetzt den Junior Berater, der sich händisch durch die Daten wühlen muss und dann die Folien bastelt.

Die Firma existiert erst seit Juli 2016 und besteht aus gerade mal zwei Leuten. Und Sie haben direkt 200.000 Euro investiert. Ganz schön viel, oder?
Ach, wissen Sie, Beteiligungen an Start-ups sind eigentlich immer zu teuer. Denn entweder sind die Gründer wirklich gut und der Einstiegspreis ist überhöht, weil auch andere investieren wollen. Oder die Unternehmen scheitern, dann ist das Geld weg.

Haben Sie bei Ihren Investitionen in Ideen schon einmal Geld verloren?
Während der New Economy-Blase um das Jahr 2000 hatte ich drei bis vier Pleiten. Damals wollte ich „Speedboats“ für mein Software-Unternehmen aufbauen. Kleine, eigenständige Unternehmenseinheiten in den Bereichen Logistik und Finanzen. Leider gab es rechtliche Probleme und wir haben keine Investoren gefunden.

Wie viel Geld haben Sie verloren?
Ungefähr zwei Millionen Euro.

Trauern Sie dem Geld nach?
Nö. Das gehört zum Unternehmertum dazu. Man braucht am Ende nur mehr Erfolge als Verluste. Im Nachhinein ärgere ich mich nicht über das verlorene Geld, sondern nur über meine eigene Gutgläubigkeit.