Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche treten heute die Gründer von Apiax, Thomas Suter, Nicolas Blanchard, Philip Schoch und Ralf Huber, an. Ihr Start-up übersetzt gesetzliche Vorschriften in Software. Wie urteilt Investorin Gesa Miczaika?

Thomas, Ralf, Philip, Nicolas, ihr habt eine Minute im Fahrstuhl mit einem möglichen Geldgeber. Wie lautet euer Elevator Pitch?
Seit der Finanzkrise 2008 ist die Anzahl der Regeln für Banken weltweit massiv gestiegen. Mit dem Brexit werden es noch mehr. Wir haben eine Software entwickelt, die die Regeln für Computer lesbar  macht. Banken können sie einfach in ihre Abläufe integrieren. Wenn ein Kundenberater einer deutschen Bank nach London reist, um einem russischen Kunden Immobilienfonds zu verkaufen, prüft die Software, ob er das überhaupt darf. Bisher muss der Berater in Handbüchern nachschlagen, Texte interpretieren oder die Rechtsabteilung der Bank anrufen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Ralf hat 16 Jahre als Jurist bei einer Bank gearbeitet, musste immer wieder ähnliche Fragen beantworten, am Hörer oder per E-Mail. Und wurden Regeln doch mal in Banksoftware integriert, dann so, dass es aufwendig war, sie zu ändern. Das geht besser!

Und wie verdient ihr damit Geld?
Die Geldhäuser abonnieren unseren Service. Wir halten die Regeln gemeinsam mit unserem Partner auf dem neuesten Stand. Der Preis richtet sich nach der Anzahl der Regeln und der Märkte, auf denen die Bank aktiv ist, sowie nach der Anzahl der getätigten Abfragen.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …
a) Da es um Gesetze geht, müssen wir perfektionistisch sein. Eine falsch integrierte Regel bedeutet, dass der Kunde Geld verliert oder sich strafbar macht.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Unser Frauenanteil liegt bei 35 Prozent.Und wir sind multinational, auch durch unsere Büros in London und Lissabon.

Was war euer größter Rückschlag?
Als uns zum ersten Mal ein Mitarbeiter verlassen hat – ein Softwareingenieur.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Wir sind global vertreten und haben unseren Dienst auch in den ebenfalls streng regulierten Branchen Versicherungen, Logistik und Pharma etabliert.

Fakten zum Start-up

Kunden: 7 Banken und Finanzinfrastrukturanbieter
Finanzierung: Wagniskapital und Eigenmittel
Gründung: 2017 in Zürich
Mitarbeiter: 27 Softwareingenieure und Juristen

Würde der Profi investieren?

Idee: 5/5
Geschäftsmodell: 5/5
Timing: 4/5

Urteil: „Das Geschäftsmodell von Apiax überzeugt auf Anhieb. Die Lösung ist für eine große Zahl von Branchen attraktiv, und die Attraktivität steigt weiter mit der zunehmenden Globalisierung.“
Gesa Miczaika war die erste Mitarbeiterin beim Limousinen-Unternehmen Blacklane. Heute leitet sie mit zwei Partnerinnen den Start-up-Investor Auxxo.

Ihr seid ein erfolgreiches Start-up?
Bewerbt euch über innovation@wiwo.de