Das Schweizer Start-up übersetzt Regulierungen in digitalen Code. Im Finanzsektor kommt das bereits gut an – mit der Hilfe von Investoren will das Regtech nun weiter wachsen.

Eine Investmentmanagerin muss wissen, was sie tun darf – aber auch ein Robo-Advisor muss das Recht kennen. Das Start-up Apiax, 2017 in der Schweiz gegründet, will Unternehmen dabei helfen, die geltenen regulatorischen Vorschriften leichter im Alltag zu beachten. Dafür übersetzt das junge Digitalunternehmen die Gesetzestexte in Code – so kann die Software mit darüber entscheiden, ob bestimmte Vorgänge unter bestimmten Bedingungen genehmigt sind.

Gestartet ist Apiax dabei mit Lösungen für die Finanzbranche. Als Reaktion auf die letzte Finanzkrise haben viele Regierungen und Aufsichtsbehörden die Zügel stärker angezogen. Mehr Vorschriften sollen mehr Sicherheit für Verbraucher und Staatsfinanzen bringen. Für die Finanzdienstleister aber sorgen die zusätzlichen Regeln für mehr Arbeit bei der Dokumentation und Prüfung. Mit technischen Lösungen wollen Start-ups wie Apiax oder Alyne aber auch Berater wie Bearing Point oder KPMG einige Schritte digitalisieren. Aus der Technik für die Regulierung wird in der Start-up-Welt so der Gattungsbegriff Regtech.

Sechs Millionen Euro von Investoren

Die Apiax-Software werde bereits von zahlreichen großen Finanzinstitutionen genutzt, sagt Mitgründer Philip Schoch: „Und doch legen wir gerade erst los.“ Dabei soll nun auch ein kräftiger Anschub von Investoren helfen. Apiax hat jüngst eine Wachstumsfinanzierungsrunde abgeschlossen. Sechs Millionen Euro erhält das Start-up dabei von Risikokapitalgebern. Neu dazu kommen die Venture-Capital-Gesellschaften Eventures (die jüngst einen großen neuen Fonds abgeschlossen haben) sowie XAnge, ein deutsch-französischer Investor. Zudem beteiligen sich bestehende Investoren erneut, darunter neben institutionellen Finanzinvestoren auch die Zürcher Kantonalbank.

Mit dem Kapital will das aktuell etwa 20-köpfige Team wachsen – unter anderem auch in andere Branchen: Man sei bereit, mehr Firmen aus anderen Industrien und Regionen zu unterstützen, sagt Mitgründer Schoch. Theoretisch wären auch Handelsunternehmen oder Energiefirmen als mögliche Kunden denkbar – beide Branchen sind meist global aufgestellt und sind einer Vielzahl von unterschiedlichen Regeln unterworfen.