Daher wurde auch die Idee für das Sozialunternehmen von Helene Weiß schnell angenommen. Als sie im Herbst 2015 ihr Konzept in dem Flüchtlingsheim in Neuruppin vorstellte, meldeten sich sofort über 50 der geflüchteten Menschen um mitmachen zu können. Das Projekt des Vereins ESTA ruppin e.V. „Axil- Arbeit im Exil“ möchte geflüchteten Menschen existenzsichernde Perspektiven bieten. Die Reaktionen im Flüchtlingsheim bestätigen die Meinung von Weiß: „Viele der geflüchteten Menschen sind wirklich, wirklich heiß auf Arbeit.“

Das erste Projekt soll der gemeinsame Aufbau eines Catering-Business sein. Außerdem wird schon seit diesem Mai mit einem E-Bike mit mobiler Küche, Spüle und Kühlschrank, Serviertresen und Überdachung auf Festivals und Messen serviert. Neben dem Aufbau des Start-ups geht es für die Geflüchteten darum sprachlich fit für den Arbeitsmarkt zu werden, die Arbeitskultur kennenzulernen und sich beruflich zu qualifizieren.

Etwas Bleibendes für die Region aufbauen

Die wichtigsten Schritte bis zur Gründung der gemeinnützigen GmbH wurden bereits gegangen: Partnerschaften in der Region knüpfen, Fundraising, Finanzierung, Planung und Öffentlichkeitsarbeit. Schulungen für die Mitarbeiter werden in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt geplant. Zusätzlich wird mit der Koordinierungsstelle Asyl und dem Verbraucherschutz kooperiert. Bei regelmäßigen Kochveranstaltungen in Neuruppin mit den Geflüchteten und den Anwohnern werden erste Rezeptideen umgesetzt und auf die Eignung für den westlichen Gaumen getestet.

Wichtig ist es dem Verein auch die Region zu stärken: In den ländlichen Gebieten gab es in den vergangenen Jahren viel Abwanderung in die Großstädte. „Wir wollen etwas Bleibendes in der Region aufbauen und den Menschen einen Grund zum Bleiben geben“, sagt Weiß. Die Erfahrungen, die der Verein jetzt bei der Gründung eines Sozialunternehmens im Bereich Gastronomie macht, sollen später genutzt werden um andere Branchen zu erschließen. In Zukunft soll ein ähnliches Projekt dem Fachkräftemangel im Handwerk begegnen um auch hier berufliche Perspektiven zu schaffen und Integration zu fördern.