Schon jetzt erhält Move24 die Hälfte von allen deutschen Kundenanfragen über Immobilienscout24. Das zeigt, wie wichtig die Weiterleitungen für die Umzugs-Plattform sind. Bisher aber hat Move24 nur rund 3.500 Anfragen pro Monat von ImmobilienScout bekommen – ab April werden es fünfmal so viele wie jetzt. „Bisher waren wir nur einer von vielen Partnern von ImmobilienScout24“, sagt Move24-Chef Ante Krsanac. „Jetzt heben wir die Zusammenarbeit auf ein ganz neues Niveau. Mit dieser Kooperation wird der deutsche Markt bei uns stark wachsen.“

Move24 macht derzeit rund zwei Millionen Euro Umsatz pro Monat und ist in zehn Ländern aktiv, Deutschland ist der wichtigste Markt – mit einem Umsatzanteil von 35 Prozent. Daher ist die Kooperation mit Immoscout so bedeutend für Move24.

Movinga dagegen wird ab April nur noch jene „Leads“ erhalten, die über deren Partner umzugslupe.de generiert werden. Jörn Hagenguth, Manager bei ImmobilienScout24 und verantwortlich für den Deal, lässt durchblicken, dass für sein Unternehmen der Wechsel von Movinga zu Move24 lukrativer war.

Mit der neuen Kooperation stehe Move24 im Vergleich zu Movinga „stärker im Markt“ und werde dadurch interessanter für große Investoren, meint Ante Krsanac, Chef von Move24. Bis Mitte nächsten Jahres ist sein Unternehmen durchfinanziert, doch danach beginnt wieder das Werben um frisches Geld. Große Investoren investieren allerdings nur in Marktführer einer Branche, daher wird der Zweikampf im kommenden Jahr besonders heiß werden.

Movinga plant einen „strategischen Schwenk“

Christoph Müller-Guntrum und Finn Hänsel, die beiden Geschäftsführer von Movinga, wirken am Telefon ziemlich entspannt mit Blick auf die Veränderungen. Sie sagen, dass sie sich bewusst aus einem Großteil des Geschäfts mit ImmobilienScout24 zurückziehen, weil sie die Kundenakquise per Telefon reduzieren wollen.

„Wir wollen nicht von einzelnen als Lead-Plattformen abhängig sein“, sagen die Movinga-Chefs. Denn deren Anfragen zu bearbeiten bedeute vor allem, potenzielle Kunden per Telefon überzeugen zu müssen. „Aber Movinga ist kein Call Center Business“, sagt Finn Hänsel. Stattdessen stehe die rein digitale Buchung über die eigene Online-Plattform im Fokus.