Move24 und Movinga liefern sich seit anderthalb Jahren ein heißes Duell um das Geschäft mit der Vermittlung von Umzügen. Das Geschäftsmodell der beiden Start-ups – Movinga kam damit zuerst auf den Markt – ist exakt gleich: Sie werben Kunden damit, die Buchung von Umzügen online abwickeln zu können und günstiger zu sein als traditionelle Anbieter. Das erreichen die Plattformen, indem sie über die Menge an Aufträgen bei den beauftragten Spediteuren Leerfahrten reduzieren und die Kundenanfragen an die Dienstleister über eine Auktion zu günstigen Preisen vergeben können.

Namhafte Investoren haben sich an den Start-ups beteiligt. Movinga schloss erst in der vergangenen Woche eine neue Finanzierungsrunde über 17 Millionen Euro ab, bei Move24 kamen Ende Oktober 13 Millionen Euro frisches Geld.

Allerdings haben die Unternehmen mit enttäuschten Kunden zu kämpfen, die sich über unzuverlässige Umzugsunternehmer beschweren. Ein Grund für die nicht immer hohe Qualität der Umzüge ist, dass beide Unternehmen sehr schnell gewachsen sind: Movinga beschäftigt 200 Mitarbeiter, zwischenzeitlich waren es sogar 500. Für Move24 arbeiten 250 Mitarbeiter.

Obwohl beide Start-ups beteuern, eine softwaregetriebene Technologie-Plattform zu sein, arbeitet ein Großteil der Belegschaft immer noch am Telefon, um mögliche Kunden zu einem Umzug mit dem Online-Dienst zu überzeugen.

ImmobilienScout24 ist die wichtigste Quelle für Umzugsanfragen

Die von ImmobilienScout24 generierten Umzugsanfragen sind für die beiden Start-ups besonders wertvoll, weil die potenziellen genaue Angaben hinterlassen – zum Beispiel, von wo nach wo sie umziehen wollen, wie groß die Wohnfläche ist, wann der Umzug stattfinden soll. Anschließend erhalten die Kunden Angebote von verschiedenen Umzugsunternehmen.

Pro weitergeleitete Kundenanfrage erhält ImmobilienScout24 rund zehn Euro; sollen die Umzugsanfragen nach Kriterien wie der Wohnungsgröße oder der Entfernung gefiltert werden, kostet das pro Filter ein Euro mehr.