Launchpads Start-ups sollen von Amazons Reichweite profitieren, vom globalen Logistiknetzwerk, vom Marketing, das ihre Produkte auf der Amazon-Startseite und bei Produktempfehlungen platzieren kann. Auch das Risiko im Falle von Zahlungsausfällen und Lieferschwierigkeiten wird vom Internetgiganten übernommen. Aber nicht umsonst. „Dafür bieten wir ja auch einiges“, sagt Schöberl und es klingt ein bisschen wie eine Rechtfertigung: Für seinen Service will Amazon nämlich fünf Prozent pro verkauftem Artikel – zusätzlich zu den generellen Plattformgebühren, die denen seiner Tochterseite Market Place entsprechen. Dort zahlen Verkäufer je nach Produktart eine Gebühr von sieben bis fünfzehn Prozent pro Artikel sowie eine monatliche Festgebühr.

304 Millionen Kunden aus 189 Ländern

Eines der Start-ups, die auf dem deutschen Launchpad von jetzt an vertreten sind, ist das Münchner Start-up Bragi. Mit seinem Produkt, den smarten, schnurlosen In-Ear-Kopfhörern „The Dash“, die nicht nur Musik abspielen und streamen, sondern auch Herzfrequenz und Schrittzahlen messen, hat das Start-up 2014 eine der erfolgreichsten Crowdfundingkampagnen Europas geschaffen. Amazons Launchpad soll die sogenannten „Hearables“ jetzt weltweit vertreiben. Also „global von Tag eins an“, wie Schöberl zuvor seinen neuen Service umwarb. Marijo Sarac von Bragi sagt: „Wir wollen schneller und einfacher wachsen und das wollen wir mit den Amazon-Kunden schaffen“.

Und das sind mittlerweile einige: 304 Millionen aus 189 Ländern kaufen nach den aktuellsten Angaben des Versandhändlers über seine Plattformen – ein immenser Pool für Start-ups mit physischen Produkten. Das hat Sarac erkannt: „Weil es für Neulinge auf dem Markt sehr schwer ist, das Vertrauen von Kunden zu bekommen, hoffen wir da auf Amazon.“