Bringt diese Rolle als Mentorin auch Sie weiter?
Definitiv! Man lernt neue Menschen und vor allem auch andere Sichtweisen. Es war beispielsweise sehr bereichernd zu lesen, was meine Mentees in ihre Konzepte geschrieben haben. Gerade eine junge Gründerin hatte sehr spannende Ansätze, hat ihre Pläne schön formuliert – das öffnet auch meinen Blick.

Hatten Sie konkrete Erlebnisse, die für dieses „Blick erweitern“ stehen?
Eigentlich eine traurige Geschichte: Denn das Duo, das ich als Mentorin begleitet habe, hat es leider nicht geschafft mit ihrer Firma. Das hat auch mir noch einmal vor Augen geführt, wie schwierig es eigentlich ist zu gründen. Bei mir ging es schnell, und gut und mein Unternehmen ist stetig gewachsen. Es geht aber auch anders und das war bittersüß – diese Zeit meiner Mentees zu sehen und zu begleiten. Als Mentor sieht man noch einmal, wie hart es eigentlich ist etwas zu gründen und wie viel Kraft, Energie und Glaube dafür nötig ist.

Warum würden Sie sagen lohnt es sich die Rolle als Mentor zu übernehmen?
Für mich persönlich ist es eine Frauensache, dass ich anderen Frauen helfen möchte, ihre eigenen Unternehmen aufzubauen. Grundsätzlich ist es eine Herzensangelegenheit und beispielsweise bei der Weiberwirtschaft, wo ich mich als Mentorin engagiere, gibt es eine Auftaktveranstaltung. Man trifft also auch andere Tandems, kann sich mit denen austauschen und so sein Netzwerk erweitern. Es ist ein sehr professioneller Austausch in einer geschlossenen Gruppe und das erzeugt ein ganz eigenes Netzwerk.

Ist diese Rolle als Mentor in gewisser Form bedeutsam?
Ich denke schon. Ich habe beispielsweise mit meinen Mentees in einer sehr problematischen Phase eine Kommunikationsstrategie besprochen. Wir haben uns ausgetauscht: Was würde ich sagen, was würden sie sagen, welche Forderungen können sie stellen und wie kommunizieren sie die aktuellen Probleme. Solche Situationen geben einem natürlich das Gefühl, gebraucht zu werden und dass man mit der eigenen Sichtweise den anderen weiterhelfen kann. Es nicht so, dass ich meiner Mentee sage, was sie zu tun hat, aber ich bin da um Rat zu geben.

Was würden Sie anderen sagen, die mit dem Gedanken spielen Mentor zu werden?
Auf jeden Fall machen, ohne zu zögern! Man kann etwas weitergeben und das ist ein schönes Gefühl. Es ist einfach eine großartige Sache.