Und nach der Geburt?
Von Hardenberg: Ich würde gerne erst einmal für drei Tage in der Woche vormittags wiederkommen und Meetings wahrnehmen. Vielleicht geht das auch mit dem Baby, das müssen wir gucken. Ab Januar will ich wieder in Teilzeit einsteigen und von 9 bis 15 Uhr arbeiten. In der Zeit wird das Baby dann von einer Nanny betreut. Und ab März will ich wieder in Vollzeit gehen.
Cramer: Ich mach das ein wenig anders. Nach der Geburt werde ich die Tagesmutter und das Kind mit ins Büro nehmen, mich aber auch mal rausziehen, um zum Beispiel über den türkischen Markt bei uns in Kreuzberg laufen oder früher nach Hause gehen. Aber ich will das Thema Mutterschaft möglichst flexibel in meinen Alltag integrieren. Arbeiten in Teilzeit würde ich es aber nicht nennen, weil Gründen nie Teilzeit ist.

„Ungleichbehandlung eine Absurdität des Systems“

Was ist, wenn der Plan nicht aufgeht?
Cramer: Wir sind es als Gründerinnen ja gewohnt, schnell Entscheidungen zu treffen und unsere Pläne gegebenenfalls anzupassen.
Von Hardenberg: Ich mache mir da auch gar keinen Stress, glaube aber auch, dass es eine der entspanntensten Zeiten in meinem Leben werden kann, weil ich nicht mehr 35 Leute habe, die etwas von mir wollen, sondern nur noch einen Menschen. (beide lachen)

Macht es denn einen Unterschied, ob man als Gründerin eines Start-ups Mutter wird oder als Festangestellte?
Von Hardenberg: Von der Schwangerschaft her nicht, aber von der Absicherung auf jeden Fall. Als Geschäftsführerin, Gründerin und Anteilseignerin wirst du als Selbstständige behandelt. Damit trägt die Krankenversicherung deinen Mutterschutz nicht. Das ist einfach eine Absurdität des Systems. Es kann doch nicht sein, dass eine selbstständige Mutter anders behandelt wird als eine in einem Angestelltenverhältnis!