Frau von Hardenberg, Sie sind sogar mit einer Pressemitteilung rausgegangen. Haben die Leute aus der Start-up-Szene auch so locker reagiert?
Von Hardenberg: Das können wir wahrscheinlich besser übereinander erzählen als voneinander selbst. Die Leute sagen einem Negatives ja nicht direkt ins Gesicht. Ich weiß nur, dass die Leute zu mir gekommen sind und gesagt haben: „Krass, die Lea ist schwanger.“
Cramer: Umgekehrt war es genauso! (beide lachen) Wir wussten auch schon gegenseitig, dass die andere schwanger ist, bevor wir uns die Nachricht jeweils erzählt haben. Da ist die Szene schnell.

„Ein Kondom-Abo für meinen Mitgründer“

Bloomy-Days-Chefin Franziska von Hardenberger (links) und Amorelie-Gründerin Lea-Sophie Cramer beim Interview mit WirtschaftsWoche Gründer. (Foto: Lisa Hegemann)

Bloomy-Days-Chefin Franziska von Hardenberger (links) und Amorelie-Gründerin Lea-Sophie Cramer beim Interview mit WirtschaftsWoche Gründer.
(Foto: Lisa Hegemann)

Und die direkten Reaktionen?
Von Hardenberg: Ich habe es in keiner Art und Weise negativ gespiegelt bekommen. Die Leute, denen ich es erzählt habe, haben sich mitgefreut.
Cramer: Bei mir war es noch mal anders, weil wir ja die Firma verkauft haben. Ein Investor guckt natürlich auch auf das Gründerteam, wenn er ein Unternehmen übernimmt. Deswegen hatte ich Respekt davor, es ProSiebenSat.1 zu erzählen. Genau nach der Übernahme war das nicht der perfekte Zeitpunkt. Aber den gibt es sowieso nicht.

Wie hat ProSiebenSat.1 denn reagiert?
Cramer: Ganz entspannt. Die Manager haben gesagt: „Wenn das jemand packt, dann du.“ Und dann kamen die ersten Witze über meine Branche, dass man meinem Mitgründer nun ein Kondom-Abo schenken müsse, damit nicht beide Gründer ausfallen. (lacht) Das war also schnell wieder im spaßigen Bereich und gar nicht so ernsthaft.