Der Münchener Konzern stockt seinen Wagniskapitalfonds auf eine Milliarde Euro auf. Zu den bislang prominentesten Beteiligungen zählt N26.

Deutsche Konzerne suchen Anschluss in der Start-up-Welt: Gerade erst hat der Essener Spezialchemiekonzern Evonik mehr Geld für seine Wagniskapital zur Verfügung gestellt, zuvor hatte bereits das Technologieunternehmen Bosch neue Investitionen angekündigt. Nun zieht die Allianz nach: Das Fondsvolumen der Investment-Einheit Allianz X werde um 570 Millionen auf nun eine Milliarde Euro aufgestockt, teilte der Versicherungskonzern heute mit. Damit werde man zu einem der größten institutionellen Digitalinvestoren in Europa.

Bisher hat Allianz X Anteile an mehr als 15 Start-ups gekauft. Zu den bekanntesten Beteiligungen zählt N26. Der Fonds war bei der Smartphone-Bank vor einem Jahr eingestiegen – und beteiligte sich an der jüngsten, 260 Millionen Euro Finanzierungsrunde. Größtes Einzelinvestment des Münchener Konzerns mit einer Summe von 96,6 Millionen Dollar war bislang indes eine Beteiligung am Mikroversicherer Bima, der auf Geringverdiener in Schwellenländern zielt.

Rascher Strategieschwenk

Der Konzern betont, strategische Partnerschaften zwischen den Portfoliounternehmen und Geschäftsbereichen der Allianz voranzutreiben. Außer mit Bima gibt es solche Kooperationen beispielsweise mit dem indonesischen Uber-Konkurrenten Go-Jek, an dem sich Allianz X im April 2018 beteiligt hat. Versicherungsprodukte vertreibt die Allianz auch an Kunden von C2FO, einem US-Marktplatz für Betriebskapital.

Gestartet war Allianz X vor gut zwei Jahren– zunächst als Company Builder, der neue Insutrechs hervorbringen sollte. Doch schon Ende 2017 erfolgte dann der Schwenk zum reinen Investor. Noch aus dem alten Programm hervorgegangen ist Abracar. Die Gebrauchtwagenplattform hatte zuletzt im Sommer vergangenen Jahres eine kräftige Finanzspritze vom Mutterkonzern erhalten.