Welche Punkte sollten unbedingt beachtet werden?
Alle grundsätzlichen Punkte sollten angesprochen werden: Welche gegenseitigen Vertretungsregelungen etwa für die gründenden Gesellschafter gelten. Was passiert, wenn einer der Gründer aussteigen will oder soll – und welche Wettbewerbsverbote gelten in diesem Fall für ihn. Und auch das Erbrecht ist oft nicht im Blick, weil Gründer vielleicht noch gar keine Kinder haben. Aber was im Ernstfall mit dem Unternehmen passiert, sollte geregelt sein. Blut mag da dicker sein als Wasser, Qualität geht aber in Unternehmen vor.

Wenn diese Grundlagen beachtet sind – wann müssen die Unternehmer wieder ran an die Verträge?
Verträge sind atmende Organismen und müssen regelmäßig angepasst werden. Sie müssen – wie Menschen – wachsen, d. h. sich entwickeln und immer auf den aktuellen Stand gebracht werden. Gerade zu Beginn hat man vielleicht große Ideen, aber noch keine reellen Werte geschaffen. Sobald sich zentrale Unternehmenskennzahlen deutlich verändern, sei es der Umsatz, die Anzahl der Kunden oder eine Bewertung, dann ist es höchste Zeit. Mit einer guten Grundlage geht das natürlich leichter.

Welchen Spielraum habe ich, wenn Investoren vor der Tür stehen?
Wenn man das Geld unbedingt braucht, mag man in manchen Fällen wenig Einflussmöglichkeit haben. Aber sobald man eine gute Verhandlungsposition mitbringt, erleichtert ein solides Vertragswerk die Gespräche. Oft gilt jedoch, dass eben erst mit Freundschaftsverträgen gearbeitet wurde und beschlossen wird, sich richtig darum zu kümmern, wenn jemand dazu kommt. Das aber kann dann schon die erste Bewährungsprobe sein.