Ein Netzwerk aus Familienunternehmern sucht zunehmend den Kontakt zu Start-ups. Ihr Geschäftsführer spricht über Geschwindigkeitsvorteile der Mittelständer – und deren Vorbehalte.

Viele Ideen, viel Geld, viele Möglichkeiten – in der Zusammenarbeit mit dem Mittelstand liegen insbesondere für B2B-Start-ups große Möglichkeiten. Doch die richtigen Partner an einen Tisch zu bringen, ist schwierig. Und in den tradierten Unternehmen herrschen immer wieder noch Vorbehalte gegen Start-ups vor. Der in München gegründete Alphazirkel, ein Netzwerk von über 5000 Familienunternehmen, hat das Thema von möglichen Kooperationen in den vergangenen Jahren nach oben auf die Agenda gerückt. Sei es mit Unternehmerreisen nach Boston oder Shenzen oder mit Diskussionsrunden in München, auf denen Start-up-Vertreter und Familienunternehmer aufeinandertreffen. Im Interview berichtet Alphazirkel-Geschäftsführer Albert Geiger, warum Traditionsunternehmen neue Impulse suchen wollen und müssen – und wie sich Start-ups auf den Pitch bei den Hidden Champions vorbereiten sollten.

Die Suche nach Kooperationspartnern ist für Start-ups mühsam und teuer. Wieso sollten sie sich auch in der breiten Masse der Familienunternehmen umschauen?
Albert Geiger: Wenn ich in Deutschland als Start-up Umsatz machen will, muss ich nicht nur auf den Dax gucken. Im Mittelstand finden sich heute und sicher auch in Zukunft zahlreiche Unternehmen aller Umsatzgrößen, die ein attraktives Absatzpotenzial für die Start-ups bieten. Und wenn der- oder diejenige, die den Mittelständer führt, eine Idee gut findet, ist eine Kooperation im Nu umgesetzt. Diese Umsetzungsgeschwindigkeit kann kein Konzern schlagen.

Und warum wird der Mittelstand jetzt plötzlich immer neugieriger auf Start-ups?
Familiengeführte Unternehmen haben schon immer kooperiert, sei es mit Zulieferern oder auch Abnehmern. Nun ist das Umfeld aber bunter geworden. Die Innovationsgeschwindigkeit wächst. Und durch die leichtere Erfassung und Verarbeitung von Daten ist es für einen Erfindergeist leichter geworden, ein Geschäftsmodell zu entwickeln, welches andere Unternehmen nach vorne bringt. Als Mittelständer muss ich mich daher breiter umsehen, um den Überblick zu behalten. Sonst droht die Gefahr, dass die Konkurrenz schneller ein passendes Start-up als Partner findet.

Das Feld der möglichen Unternehmen ist aber häufig unübersichtlich – wie finden Groß‘ und Klein hier zusammen?
Das Matching ist in der Tat nicht ganz einfach. Aufgrund der hohen Masse an Mittelständern tun sich Start-ups häufig schwer, die zu ihnen passenden Unternehmen anzusprechen. Netzwerke wie wir können helfen, Start-ups mit dem Fokus auf Produktionsthemen oder die Logistik zu identifizieren. Aber das ist auch nur ein Vortasten. Gerade die familiengeführten Unternehmen suchen nach Wegen, wie sie die Fühler stärker nach außen ausstrecken können – ohne eigene Scouting-Abteilungen oder Inkubatoren aufzubauen.

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