Die Crowdinvestment-Plattform fokussiert sich auf Medizinprodukte, Biotech und Pharma. Start-ups locken dort mit hohen Renditen – Anleger riskieren jedoch auch den Totalausfall.

Externer Fixateur, elektrische Rollator, Sprühpflaster: Mit solchen Medizinprodukten werben Start-ups auf der Seite der Crowdinvesting-Plattform Aescuvest um Geldgeber. Beteiligen können sich dabei Privatleute bereits mit Investments ab 250 Euro. Ein neuer Finanzierungsweg im Gesundheitsmarkt: Gerade im Pharma, Biotech oder Healthtech-Bereich arbeiten junge Firmen oft über viele Jahre an Produkt und Zulassungen, bevor die ersten Umsätze fließen. „Unsere Mission ist, den innovativsten Unternehmen des Gesundheitssektors einen besseren Zugang zu Risikokapital zu bieten“, sagt Gründer Patrick Pfeiffer.

Dieser Weg wird jetzt von Risikokapitalgebern gestützt. Mutschler Ventures, die Beteiligungsgesellschaft Klaus Eckstein und der österreichische Unternehmer und Banker Gunter Dunkel investieren eine Million Euro in das Frankfurter Start-up. Das Start-up wurde 2014 gegründet. 2018 folgte in Kooperation mit der Gesundheitsinitiative EIT Health eine europaweite Version der Seite. Das jetzt eingeworbene Kapital soll beim Ausbau der Plattform helfen.

Risiko und mögliche Rendite sind hoch

Im Gegensatz zu einigen anderen Crowdinvesting-Plattformen werden eingereichte Projekte – zu denen auch medizinische Wirkstoffe oder Biotech-Verfahren gehören können – bei Aescuvest von einem wissenschaftlichen Beirat sowie dem Beirat der Investoren überprüft. Erst dann werden sie auf der Homepage freigeschaltet und dürfen um die Privatanleger werben. Die Start-ups versprechen als Rendite zum Teil das Vielfache des Einsatzes – Anleger gehen aber gerade bei den komplexen Produkten auch ein hohes Risiko ein und können ihr gesamtes Kapital verlieren.

Vergleichbare Plattformen, die Anleger und Unternehmen für eine bestimmte Branche zusammenbringen wollen, gibt es vor allem bei Immobilienthemen. Das Berliner Start-up Bergfürst konnte jüngst die Commerz Real als Investor begrüßen und ermöglicht Nutzern bereits Beteiligungen für geringe Summen. Linus Capital hingegen zielt auf die Gruppe der professionellen Vermögensverwalter, hat sich aber ebenfalls auf Bauprojekte spezialisiert.