Nicht alle Weihnachtskarten, die selbst geschrieben aussehen, sind aber Handarbeit. Das Stuttgarter Start-up-Unternehmen Advermento ist darauf spezialisiert, Handgeschriebenes täuschend echt per Roboterarm aufs Papier zu bringen. Dafür brauchen die Jungunternehmer nur eine Schriftprobe und den Text, der dann nachgezeichnet werden soll.

Zielgruppe sind vor allem Firmen. Denn Geschäftsführer hätten schließlich keine Zeit, Hunderte Weihnachtskarten von Hand zu schreiben. „Und eine gedruckte oder digitale Nachricht bekommt einfach nicht diese Wertschätzung“, sagt der 28-jährige Lion Rink, der die Firma zusammen mit zwei Kollegen gegründet hat.

Die Geschäftsidee kam gut an – im ersten Jahr hat Advermento nach den Worten Rinks schon Aufträge für Zehntausende Karten an Land gezogen. „Es läuft super.“ Auch die Post habe schon angerufen und Interesse an dem Start-up gezeigt: „Die sind natürlich interessiert daran, dass wir Erfolg haben.“

Den Versand mit Umschlag und Briefmarke übernimmt der Anbieter gleich mit. Das junge Unternehmen Pensaki aus der Nähe von Heidelberg ist mit einem ähnlichen Angebot unterwegs und spricht bereits von einem „Comeback der Handschrift“.

Für Jürgen Gros, Vorstand in der Dachorganisation der bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken, ist die gedruckte Handschrift allerdings eine Mogelpackung: „Da bin ich kein Freund von.“ Er setzt sich derzeit lieber jeden Abend selbst hin und schreibt den wichtigsten Geschäftspartnern individuelle Weihnachtsgrüße nach alter Schule: per Hand mit dem eigenen Füller.