Wie wir noch mehr Frauen wie Ada Lovelace und Stephanie Shirley bekommen, beschrieb Linda Liukas „In welche Richtung sich Jungen und Mädchen entwickeln, entscheidet sich bereits im Alter von sechs Jahren“, sagt die Finnin,  die sich selbst als Autorin, Illustratorin und Programmiererin bezeichnet und aus einer Laune heraus ein Start-up gegründet hat, das mittlerweile richtig erfolgreich ist.

Als Jugendliche hatte sie eine Leidenschaft für Al Gore, der damals amerikanischer Vizepräsident war – und weil sie, das kleine Mädchen aus Helsinki, ihm nicht wirklich näher kommen konnte, programmierte sie eine Webseite für ihn, lange bevor es Tumblr und Pinterest gab. Die Schritte bis zur vollständigen Seite hat sie sich selbst beigebracht – und ganz nebenbei ihre Leidenschaft für das Programmieren entdeckt.

„Take the first step“

2010 gründete sie Rails Girls, um Mädchen und junge Frauen für ihre Leidenschaft zu begeistern, mittlerweile gibt es das Projekt nicht nur in Finnland, sondern auch weltweit, unter anderem in Singapur, Berlin, Taipeh. In einem Workshop lernen die jungen Frauen Programmieren mit dem Web-Framework „Ruby on Rails“ und können dabei eine eigene App entwickeln. Aber Linda Liukas will noch mehr Frauen zum Programmieren bringen – und schrieb einen Comic namens „Hello Ruby“, in dem Ruby den Kindern und Jugendlichen erklärt, wie das eigentlich geht.

Eine Kickstarter-Kampagne zur Finanzierung schlug alle Rekorde und sammelte schon in den ersten anderhalbt Stunden mehrere 10.000 US-Dollar ein: „Ich ahnte nicht, dass das damals so einen Erfolg haben würde“, sagt Linda Liukas auf der Konferenz. Das Buch macht mittlerweile 20 Prozent der Buchverkäufe in Finnland aus und soll demnächst auch auf Deutsch, Chinesisch und Polnisch erscheinen.

Zum Schluss gab sie noch einen Tipp, all denen, die vielleicht zögern, etwas eigenes aufzubauen oder jenen, die sich in einer männerdominierten Branche durchsetzen müssen: „Take the first step.“ Ein Aufruf an alle Frauen.