Im Elevator Pitch treten heute Arnold Gevers und Verena Stoppel, Gründer von AA Gold an. Das Start-up produziert Kleidung nach dem Zero-Waste-Prinzip. Wie urteilt Investorin Anja Rath?

Arnold, Verena, ihr habt eine Minute im Fahrstuhl mit einem möglichen Geldgeber. Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir machen Mode, die besser ist: nachhaltig produzierte Materialien, faire Arbeitsbedingungen. Und vor allem: Bei uns fällt in der Herstellung der Kleidungsstücke keinerlei Müll an.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Wir haben vor zwei Jahren mit einem Münchner Künstler zusammengearbeitet, der für eine seiner früheren Ausstellungen Stoffe geschaffen hatte, aus denen wollte er nun Kleidung machen. Er präsentierte uns einen hervorragend gewebten Jacquard-Stoff. Das war für uns ein Schatz, von dem wir nichts verlieren wollten.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Derzeit sind wir noch in der Finanzierungsphase. Im nächsten Jahr planen wir eine Tournee durch Boutiquen, auf der die Leute unsere Stücke dann auch bestellen können. Auch dieser Vertriebsweg entspricht voll und ganz unserem Zero-Waste-Ansatz: Weil wir nicht wahllos Läden vollhängen, vermeiden wir, dass Klamotten weggeschmissen werden.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d)…
Perfektionistisch und nerdig sind wir definitiv, gnadenlos eher nicht. Wir sind kritisch, aber optimistisch. Ambitioniert, aber nicht weltfremd.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
She, he, they, we – alle Geschlechter sind bei uns vertreten.

Was war euer größter Rückschlag?
Wir haben uns im März für eine Förderung im Rahmen eines EU-Projekts beworben und sind in die zweite Runde gekommen, dann aber ausgeschieden.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
In fünf Jahren haben wir eine Zero-Waste-Kollektion etabliert und eine Onlineplattform, die nach einem Crowdsourcing-Prinzip funktioniert. Unsere Kleidung folgt einem zirkulären Designansatz. Wir bedenken also, was passiert, wenn das Kleidungsstück dem Besitzer eines Tages nicht mehr gefällt.

Fakten zum Start-up

Kunden: 60 Unterstützer einer Crowdfunding-Kampagne
Finanzierung: Eigenkapital und Crowdfunding
Gründung: März 2019 in München
Mitarbeiter: 2

Würde der Profi investieren?

Idee: 4/5
Geschäftsmodell: 3/5
Timing: 4/5

Urteil: „Das Thema trifft den Zeitgeist. Mode im stationären Vertrieb mit ethischem Anspruch ist aber aufwendig. Und Investoren achten zuerst auf Skalierbarkeit und Rentabilität.“

Anja Rath ist Managing Partner bei Cooperativa Venture und ehemalige Geschäftsführerin von Brandenburg Ventures, Investmentvehikel des MP3-Erfinders Karlheinz Brandenburg.

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