Ernährung ist längst nicht mehr nur Nebensache. Immer mehr Menschen interessieren sich dafür, wo ihr Essen herkommt. Sieben Start-ups, die Ernährung in den Mittelpunkt stellen.

Von Sophie W. Godding

In ganz Deutschland schießen wieder und immer mehr Food-Start-ups aus dem Boden. Viel davon sind neue Lieferdienste: Sie bringen den Kunden auf das Gramm genau abgewogene Zutaten mit passendem Rezept zum Selberkochen nach Hause, liefern das vom Spitzenkoch zubereitete Drei-Gänge-Menü an den heimischen Esstisch oder bieten Monatsabonnements für Ginsorten oder Genusspakete an.

Die Branche hat aber weitaus mehr zu bieten als „Hello Fresh“, „Eatclever“ oder „Foodist“. Einen Einblick in die bunte Food Start-up-Welt bieten die folgenden jungen Unternehmen.

Mealy

Beim Kochen fehlt die Inspiration? Mit der App „Mealy“ kann man auf eigene Vorstellungen zugeschnittene Rezepte finden. Nutzende geben ihre Präferenzen und die vorhandene Zeit ein und bekommen von „Mealy“ passende Rezeptvorschläge. Die Gerichte haben Foodblogger entwickelt. Hat man sich für ein Rezept entschieden, generiert die App den entsprechenden Einkaufszettel mit passenden Mengenangaben. Wer keine Lust oder Zeit zum Einkaufen hat, kann sich die Zutaten auch direkt nachhause liefern lassen. Hat das Essen überzeugt, kann der Foodblogger als Favorit gespeichert werden.

Foodguide

Das perfekte Restaurant in der Stadt nach Tinder-Marnier suchen: Die App „Foodguide“ schlägt Gerichte vor, die dann per Wisch abgelehnt oder geliked und somit gespeichert werden können. Anschließend wird angezeigt, wo sich das Restaurant befindet, das das Gericht anbietet. Jeder Nutzende kann selbst zum „Local Foodguide“ werden und Bilder der Gerichte mit zugehörigem Restaurant in der App hochladen. So lässt sich der Appetit anregen oder das zu den eigenen Wünschen passende Restaurant finden.

Veggie Love

Veggie Love ist ein Online-Magazin, das sich den Themen Mode, Schönheit, Reisen – und eben auch dem Essen verschrieben hat. Die verbindenden Elemente: veganer Lebensstil und bewusster, nachhaltiger Konsum, bei dem trotzdem auf nichts verzichtet werden muss. In der Rubrik „Food“ finden sich entsprechende Gastronomie- und Buchempfehlungen, Interviews und Berichte zu Essenstrends und ab und an auch vegane Rezeptideen. Das Motto von Gründerin Franziska Schmid: Vegan ist gut und sieht gut aus.

Kuchentratsch

Großmutters Kuchen schmeckt am besten! Das dachten sich auch die Gründerinnen von “Kuchentratsch“ aus München. Dort backen rund 15 Senioren und Seniorinnen Kuchen nach ihren bewährten Familienrezepten. So wird ihnen eine Beschäftigung im Alltag und eine Aufbesserung ihrer Rente geboten. Die Backstube soll außerdem Ort des Austauschs sein. Die Kuchen aus möglichst regionalen, saisonalen und nachhaltigen Zutaten von ansässigen Bauern werden an Cafés, Firmen und Privatpersonen geliefert. Für alle, die in traditionelle Backkünste eingeweiht werden möchten, bietet „Kuchentratsch“ auch Workshops an.

Gleem

Die Ansprüche an gutes Essen wachsen. Ob vegan, glutenfrei, ohne Zucker oder künstliche Zusätze: Die Patisserie „Gleem“ möchte dem gerecht werden und produziert Kuchen, Pralinen und Schokoladen, die teils-vegan und natürlich gesüßt sind. Süßspeisen, die gesund sein sollen und mit gutem Gewissen verdrückt werden können. Transparenz in Hinblick auf verwendete Rohstoffe ist dem Hamburger Start-up wichtig. „Gleem“ setzt auf die Zusammenarbeit mit lokalen Imkern und kleinen Farmer-Kooperativen auf Bali und in Peru.

Mapalu

Über den Onlineshop „Mapalu“ können Lebensmittel gekauft werden, die kurz vor oder über dem Mindesthaltbarkeitsdatum sind. Das junge Unternehmen kauft diese Lebensmittel sowie Überproduktionen und Fehlabfüllungen von Supermärkten auf und bietet sie zu günstigen Preisen online an. „Mapalu“ möchte damit der Verschwendung von Lebensmitteln und der hohen Müllproduktion entgegentreten und seinen Kunden gleichzeitig einen komfortablen Einkauf von zuhause aus ermöglichen.

La belle assiette

Mit ”La belle assiette” kann der Profikoch nebst Zutaten und Küchengerät an den eigenen Herd geholt werden. Auf der Online Plattform können verschiedene Preisstufen gewählt werden, um dann Köche und komplette Menüs buchen zu können. Hat man sich entschieden, wählt man Datum, Ort und Personenanzahl der Veranstaltung und gibt an, wer das Essen bezahlt. Das Start-up verspricht außerdem den einfachen Vergleich von Catering-Unternehmen und Partyservices aus der Umgebung, die dann ebenfalls gebucht werden können.