Das Start-up arbeitet sowohl an wohlriechenden als auch an warnenden Duftstoffen. Diese Pläne stützen jetzt erstmals Investoren.

Drei Stunden auf der Haut – und schon haben sich die Aromastoffe einer Creme verflüchtigt, halten die Gründer von 4Gene fest. Mit ihrem Start-up wollen sie für langanhalterende Gerüche sorgen: Durch ihre Arbeit an sogenannten Aromaglukosiden wollen sie Duftstoffe erschaffen, die nicht flüchtig, chemisch stabiler, besser wasserlöslich und aktivierbar sind. Das Start-up selbst spricht von „Flavor on Demand“.

Jetzt erhält 4Gene eine Anschubfinanzierung in einer nicht weiter definierten einstelligen Millionenhöhe. Das Geld stammt vom halb-staatlichen High-Tech Gründerfonds (HTGF), der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Baden-Württemberg (MBG), dem ebenfalls halb-staatlichen VC Fonds BW sowie dem Chemie- und Kunststoffspezialisten Goldmann.

Mit der Investition will das Biotechnik-Start-up stärker in die Vermarktung einsteigen. Seit der Gründung im Herbst 2017 stand vor allem die Suche nach Laborräumen und der Aufbau einer grundlegenden Palette an Duftstoffen im Vordergrund.

Drei verschiedene Branchen im Visier

26 verschiedene grundlegende Aromastoffe sind so entstanden – weitere 30 könne man auf Kundenwunsch schnell aktivieren, heißt es auf Nachfrage von WirtschaftsWoche Gründer. In ersten Pilotprojekten seien die Stoffe bereits im Einsatz. „Uns hat die innovative Technologie, die die bedarfsgerechte Freisetzung von Duft- und Aromastoffen ermöglicht, überzeugt”, lässt sich MBG-Geschäftsführer Guy Selbherr in einer Pressemitteilung zitieren.

Das Start-up mit aktuell sechs Mitarbeitern, mit Wurzeln in der Technischen Universität München sowie der Universität Stuttgart, will sich auf drei Segmente konzentrieren: Erstens auf die Lebensmittelindustrie, zweitens auf die Kosmetikbranche – und drittens auf die Industrie. Hier könnten die aktivierbaren Duftstoffe etwa als Warnsignal dienen und mit „untypischen Gerüchen für die jeweilige Umgebung“ anzeigen, wenn Lecks oder Austritte von Stoffen drohen. Auf der Industrieschau Hannover Messe im April will das junge Unternehmen dieses Segment präsentieren.