Das Start-up mit Hauptsitz in Berlin will mit Hilfe Künstlicher Intelligenz Prozesse rund um die additive Fertigung automatisieren.

Den industriellen 3D-Druck massentauglich machen: Dieses Ziel hat sich 3Yourmind gesetzt. Das 2014 gegründete Start-up war ursprünglich als Vermittler zwischen Firmen und 3D-Druck-Dienstleister angetreten. Inzwischen entwickelt das Unternehmen Software, um Arbeitsschritte zu standardisieren und automatisieren. Mit diesem Ansatz sind die Berliner in den vergangenen Jahren stark gewachsen – und konnten sich Ende 2017 eine Finanzierung von zehn Millionen Euro sichern.

Nun hat 3Yourmind wieder Geld bekommen – in Form einer Förderung. Wie das Start-up kürzlich mitteilte, hat es 1,3 Millionen Euro erhalten, um die Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz (KI) in dem Segment zu erforschen. Geldgeber für das Projekt „Smart 3D-printing“ ist das Programm Pro FIT Berlin der Investitionsbank Berlin (IBB), das aus EU-Töpfen mitfinanziert wird. Dabei handelt es sich typischerweise zum Teil um einen Zuschuss, zum Teil um ein Darlehen.

Agile Fertigung als Ziel

Begonnen hat das Forschungsprojekt den Angaben zufolge bereits im Oktober 2018. Dieses werde über zwei Jahre fortgesetzt. Das Ziel: Maschinelles Lernen über künstliche neuronale Netzwerke soll in die Software einziehen – und letztlich Produktionsabläufe vollständig automatisieren. „3Yourmind entwickelt die Software-Infrastruktur für einen Automatisierungsgrad, den wir als agile Fertigung bezeichnen – die Fähigkeit, die Produktion schnell und präzise an Kundenbedürfnisse und Unternehmensressourcen anzupassen“, kommentierte Geschäftsführer Stephan Kühr.

Das Start-up bietet aktuell mehrere Lösungen an. Zum einen gibt es Software, um Teile aus in Lagerbeständen zu identifizieren, die per 3D-Druck gefertigt werden können. Unternehmen, die die Technik bereits einsetzen, können mit einem anderen Softwarebaustein Aufträge verwalten und bei Bedarf externen Dienstleistern zuweisen. Ein dritter Fokus der Suite liegt darauf, die Produktion zu planen und zu überwachen. Alle Komponenten sollen von dem KI-Einsatz profitieren.

Berlin mausert sich zum Hub für 3D-Druck

3Yourmind ist nicht das einzige 3D-Druck-Start-up aus Berlin. Mit BigRep sitzt in der Hauptstadt auch ein bedeutender Hardwarehersteller, in den Wagniskapitalgeber bisher rund 25 Millionen Euro investiert haben. Die additive Fertigung, wie der industrielle 3D-Druck im Fachjargon genannt wird, ist zudem Teil des „Masterplans Industriestadt Berlin“. Dazu gehört auch ein Forschungscampus in Tempelhof, der um das von der Deutschen Bahn initiierte Netzwerk „Mobility goes Additive“ entsteht.

3Yourmind selbst ist inzwischen international aufgestellt mit Niederlassungen in den USA, Frankreich und Polen. Das Start-up beschäftigt aktuell 72 Mitarbeiter. Profitabel ist es indes noch nicht.