Fürchten Sie nicht den Vorwurf der Vetterenwirtschaft? Schließlich gestalten Sie auch die Zukunft von Unternehmen mit, an denen Sie beteiligt sind.

Frankenberg: Viele Personen sind unabhängig und brauchen gar keine Lobbyarbeit. Klar kann man das immer den Konzernen unterstellen, aber nach meinem Eindruck sind das auch alles sehr unabhängige Persönlichkeiten. Die sind sicher in der Lage, nicht nur auf ihren Konzern zu blicken und auf die gemeinsamen Interessen des Landes zu schauen.

Thelen: Wenn wir merken, dass da einer nur aus Lobbygründen sitzt, werden wir ihn rausnehmen. Im Fokus steht, wen wir für wichtige Themen wie den Breitbandausbau am Tisch brauchen. Es gibt bereits viele Vorschläge, wer noch dazustoßen soll. Die Gruppe darf dabei nicht zu groß werden, vielleicht muss auch noch jemand die Gruppe verlassen. Das soll nicht nach dem Buddy-Prinzip ablaufen.

Also ist das politische Engagement gar kein unternehmerisches Investment?

Thelen: Man muss ehrlich bleiben. Wenn das alles funktioniert und Deutschland wieder Weltmarktführer hervorbringt, dann gibt es eine faire Chance, dass der HTGF oder Freigeist an dem Unternehmen beteiligt sind – und damit sehr, sehr reich werden. Aber der kleine Teil, den wir dann davon haben, ist nichts gegen das, was das Land davon hat. Weiteres Vermögen für meinen privaten Konsum treibt mich schon lange nicht mehr an.