Die Ideen und Ansätze sind jetzt nicht neu. Klingt das „Innovation Council“ da nicht nach: „Und wenn ich nicht mehr weiterweiß, dann gründ‘ ich einen Arbeitskreis“?

Thelen: 100 Prozent D‘accord. Eigentlich bin ich deshalb auch aus jeder Arbeitsgruppe wieder ausgetreten. Aber das hier meine ich ernst und stecke da viel Zeit rein. Wir wollen einige Ergebnisse bringen. Werden das viele sein? Vermutlich nicht, nein, dazu bin ich schon zu realistisch.

Wie soll das denn gelingen?

Thelen: Jeder, der dabei ist, muss persönlich dabei sein und er muss Zeit mitbringen. Beim Auftakt war schon die richtige Stimmung am Tisch. Auch die großen Unternehmen waren offen. Aber jetzt wird es darum gehen, das mit Arbeitsergebnissen zu füllen. Es ist schon komplex zu verstehen, was auf welcher Ebene umgesetzt wird.

Frankenberg: Mir gefällt, dass da sehr viele Personen dabei sind, die finanziell unabhängig sind und auch ihre Meinung äußern. Unser Beitrag wird sein, dass wir die Themen tatsächlich ansprechen. Wenn wir einen blockierten Prozess sehen, müssen wir den Mumm haben, eine Änderung einzufordern. Und als Steuerzahler müssen wir den Mumm haben zu sagen, dass diese Initiativen auch Geld kosten. Es ist dringend notwendig, das Geld in die Hand zu nehmen.

In der ersten Pressemitteilung war von Komplexen wie Blockchain, Künstlicher Intelligenz und vielem anderen die Rede. Ein ehrgeiziges Programm, oder?

Thelen: Wir müssen realistisch bleiben, welche drei bis vier Themen wir als Gruppe voranbringen wollen und sehen, wie wir diese konkret umsetzen können. Das letzte, worum es mir geht, ist dass wir lustig in die Kamera lächeln. Ich hoffe, wir können mehr liefern, als wir versprechen – aber es ist eine wilde Welt, in die wir da hineinblicken.

Die Rede ist von zwei Treffen im Jahr. Start-up-Geschwindigkeit sieht anders aus.

Thelen: Ich tausche mich manchmal täglich, mindestens aber wöchentlich mit Dorothee Bär aus. Wir werden uns als Council auf jeden Fall häufiger treffen, und wir werden wohl auch Arbeitsgruppen für einzelne Themen brauchen..

Frankenberg: Es wird darum gehen, eine Organisationsform zu finden, in die Pläne auch implementiert werden kann. Dorothee Bär braucht am Ende ein Team, das die Vorschläge auch umsetzen kann – da geht es am Ende nicht ohne Ressourcen, sowie die Rückendeckung der Kanzlerin und der anderen Ministerien.

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