Während so eine Verzögerung für den Konzern oft unbedeutend ist, hängt für Start-ups oft deutlich mehr an Einsatz und Umsatz an diesen Gesprächen. „Wir reden hier immer wieder beiläufig über die Verzögerungen – aber für uns Startups sind das teilweise schon Schritte ins Verderben”, sagt Emre Akdagcik, geschäftsführender Gesellschafter der Deutschen Technologieberatung (DTB). Auf dem Wunschzettel der Gründer für eine gelungene Partnerschaft stehen daher vor allem Projektleiter auf Unternehmensseite, die schnell entscheiden können und dürfen – und wie im Beispiel der grünen Bahnhomepage auch mal bereit sind, sich gegen Widerstände im eigenen Haus durchzusetzen.

Und eine gewisse Ernsthaftigkeit, was die Kooperation angeht: Wenn Konzerne nur mal in die Start-up-Welt reinschnuppern wolle, bringe das nichts, waren sich die Teilnehmer einig. Eine klare Strategie oder ein Businesscase verleihe der Zusammenarbeit mehr Sinn. „Die Kunden, die nicht bereit sind, zu investieren, nehmen es auch nicht ernst”, hat Catharina van Delden für sich gelernt, die Innosabi, einen Technologieanbieter für Innovationsprozesse, mitgegründet hat.

Gelingt die Zusammenarbeit, profitieren beide Seiten. Die Konzerne lernen viel über agile Innovationsprozesse. Und für Start-ups öffnen sich Türen, die ihnen ohne starke Partner lange verschlossen bleiben würden. Das spürte auch Stephan Kühr, Mitgründer der 3D-Druckplattform 3yourmind. Als Intermediär musste das junge Unternehmen, dass am Freitagabend mit dem Innovationspreis ausgezeichnet wurde, sowohl auf Seite der 3D-Druck-Dienstleister als auch bei Kunden mit Druckaufträgen um Vertrauen werben. Viel leichter ging das, nachdem der Gründer des etablierten Dienstleiste EOS investiert hatte: „Das war ein totaler Glaubwürdigkeitsschub für uns“, sagte Kühr.