Der Online Wäsche- und Reinigungsservice Zipjet erhält Geld von Altinvestor Henkel Ventures und der BSH Home Appliances Group, die neu an Bord ist.

Wie WirtschaftsWoche Gründer vorab erfuhr, hat der Online Wäsche- und Reinigungsservice Zipjet eine siebenstellige Finanzierungsrunde abgeschlossen. Angeführt wird diese von Henkel Ventures, dem Venture-Capital-Arm des Industrie- und Konsumgüterkonzerns Henkel, der zum dritten Mal Geld in das Start-up steckt, und der BSH Home Appliances Group, Europas größtem Hersteller von Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen. Auch  Amsterdam Venture Partners ist an der  Finanzierungsrunde beteiligt. Zur genauen Summe machte das Start-up auf Nachfrage keine Angabe.

Vergrößerung des Data-Science-Teams

Das neu eingesammelte Geld – eine erweiterte Series B – wird für die Geschäfts- und Produktentwicklung in den Zipjet-Märkten in London, Paris und Berlin eingesetzt werden. Außerdem soll das Marketingbudget erhöht und das Data-Science-Team des Start-ups von aktuell zwei auf fünf Mitarbeiter vergrößert werden.

Die Investition ist der Beginn einer strategischen Partnerschaft mit der BSH, die eine Position im Beirat von Zipjet einnimmt und künftig zum Austausch von Marktkenntnissen beiträgt. „Bei dieser Finanzierung geht es um viel mehr als nur um Geld. Sie ist ein strategischer Schritt zusammen mit zwei der weltweit größten Hersteller von Waschmaschinen und Produzenten von Waschmitteln. Durch diese Partnerschaft können wir innovative Projekte verwirklichen, um mehr Kunden zu bedienen und unser Produktangebot zu entwickeln“, sagt Florian Färber, Mitbegründer und Geschäftsführer von Zipjet. “Dazu gehört beispielsweise die Komplementierung bereits bestehender Offline Locations der Investoren mit einen Zipjet ‘drop-off and pick-up point´.”

Übernahme der Konkurrenz in Paris und London

Zipjet wurde 2014 von Florian Färber und Lorenzo Franzi in London gegründet und hat sich seitdem auf Berlin, im Jahr 2015, und Paris, im Jahr 2016, ausgeweitet. Kunden können über die App oder die Website aus einer Reihe von Wäscherei- und Reinigungsdiensten sowie Abhol- und Auslieferungsmöglichkeiten wählen. Das Unternehmen wirbt damit die gewünschten Vorgänge innerhalb von 24 Stunden zu erledigen. Zu den Investoren des Start-ups gehören auch Rocket Internet und die Beteiligungsgesellschaft Btov.

Im November des vergangenen Jahres hatte Zipjet den französischen Wettbewerber Cleanio übernommen. Über die Höhe der Kaufsumme wurde nichts bekannt. Ein Jahr zuvor kaufte Zipjet den Londoner Konkurrenten Asteria Cleaners. Eine Ausweitung des Services ist in Planung: “Zurzeit konzentrieren wir uns auf die aktuellen Standorte, aber wir schauen uns andere Märkte an – vor allem deutsche Städten wie München, Hamburg, Düsseldorf und Frankfurt”, so Florian Färber.