Unzufrieden und frustriert im Job? Eine Kündigung ist ein großer Schritt, doch wer aussitzt, bleibt sitzen, findet unsere Kolumnistin Tijen Onaran.

Mittwoch ist Kolumnentag bei WirtschaftsWoche Gründer: Heute schreibt wieder Tijen Onaran. Sie ist Gründerin von startup affairs, einer PR und Public Affairs Beratung für Start-ups, Venture Capitals und Unternehmen. Mit Women in Digital e.V. vernetzt Onaran Entscheiderinnen der Digitalbranche und macht diese sichtbar.  Vor der Gründung von startup affairs war sie als Leiterin Kommunikation beim Onlinehandelsverband Händlerbund und in unterschiedlichen Funktionen für Bundestags-, Europaabgeordnete sowie das Bundespräsidialamt tätig.

Über Kündigung zu sprechen ist ein ähnlicher Stimmungskiller wie auf Partys die Darmkrebsvorsorge zu thematisieren. Dabei haben wir es alle schon erlebt: Entweder gingen wir selbst, oder sind gegangen worden. Erstere Situation ist irgendwie geschmeidiger – verlässt man den alten Arbeitgeber doch mit dem Gefühl sich in einen neuen Lebensabschnitt zu begeben, die Dinge selbst in der Hand zu haben. Die Generation Y scheint dem Thema Jobwechsel dabei ziemlich offen gegenüberzustehen. Mehr als jeder dritte deutsche Millennial will spätestens innerhalb der nächsten zwei Jahre den Job wechseln, so das Ergebnis der „Deloitte Millennial Survey 2016“. Was also tun, wenn Unzufriedenheit im Job eingekehrt?

Irgendwas stimmt hier nicht

Eigentlich läuft der Job super, die Kollegen sind klasse und die eigene Leistung auf dem Höhepunkt – doch dann kommt er trotzdem, dieser Moment. Manchmal ist er einfach so da, manchmal schleicht er sich langsam ein. Es ist dieser „Irgendwas stimmt hier nicht“-Moment. Plötzlich erscheint vieles in einem anderen, oftmals schlechteren Licht. Die Kollegen sind dann doch „nur“ Kollegen, die eigene Leistung hatte schon bessere Zeiten gesehen und alle um einen herum haben den besten Job aller Zeiten.

Mascha Kaléko sagte einmal: „Wie müht sich unser Intellekt, bis er ein Körnchen Gold entdeckt. Darauf gähnt Madame Intuition: „Ach das…? – Das wusst ich immer schon!“

Mrs. und Mr. Intuition haben meistens Recht

Tatsächlich hat die Intuition oft den richtigen Riecher. Bevor dann noch Frustration einsetzt, ist es Zeit etwas zu ändern. Denn Frustration ist Stagnation. Wer aussitzt, bleibt sitzen. Auf der Stelle. Es ist also an der Zeit etwas zu ändern. Bevor ich hier aber zu kollektivem Kündigen aufrufe: eine Analyse was genau frustriert, lohnt sich. Ist es das Umfeld? Die Aufgabe? Der Chef? Die letzte Ursache ist die, mit der umzugehen am schwierigsten ist, denn den Chef zu ändern funktioniert leider nicht. Aber ich selbst kann meine Einstellung ändern. Klar ist: geht es gar nicht mehr, entschlossen die Reißlinie ziehen!