Der Modehändler Zalando vermeldet für das zweite Quartal einen Gewinn. Doch das Plus ist nicht so positiv, wie es klingt.

Auf den ersten Blick überzeugt Zalando mit seinen vorläufigen Quartalszahlen: Der Onlinemodehändler rechnet mit einem Umsatzplus zwischen 33 und 35 Prozent, auch der Gewinn liegt voraussichtlich erneut im Plus. Doch obwohl sich das Umsatzwachstum „deutlich über den Erwartungen beschleunigt“ hat, wie das börsennotierte Unternehmen in einer Pressemitteilung schreibt, überrascht die Gewinnmarge mit einem Rückgang.

Zwar verzeichnet Zalando beim bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) ein Plus von 22 bis 37 Millionen Euro. Allerdings ist die EBIT-Marge voraussichtlich von 6,4 auf drei bis fünf Prozent gesunken, so der Onlinehändler. Das Unternehmen begründet diesen Rückgang mit einem „vorübergehenden Anstieg der Payment-Kosten“. Im Klartext bedeutet das, dass Bezahlverfahren mehr gekostet haben als erwartet. Zu den Payment-Kosten zählen neben Transaktionsgebühren auch Zahlungsausfälle.

Liegt der bereinigte Gewinn am unteren Ende der Skala, würde Zalando sogar einen EBIT-Rückgang verzeichnen. Im Vorjahreszeitraum hatte der Modehändler ein Plus von 35 Millionen Euro eingefahren.

Genaue Zahlen im August

Insgesamt erwartet die Onlineplattform im ersten Halbjahr 2015 einen Gewinn von 51 bis 66 Millionen Euro. Das wäre mindestens eine Vervierfachung des EBIT. Von Januar bis Juni 2014 hatte Zalando lediglich ein Plus von zwölf Millionen Euro erzielt. Der Umsatz wird mit voraussichtlich 1,37 bis 1,38 Milliarden Euro knapp ein Drittel über den Erlösen aus dem Vorjahreszeitraum liegen. Damals hatte der Umsatz gut eine Milliarde Euro betragen.

Die genauen Zahlen will Zalando-Chef Rubin Ritter am 13. August verkünden. Dann muss er möglicherweise auch die Prognose für das Gesamtjahr anpassen. Erst im Mai hatte Zalando die Erwartungen für den voraussichtlichen Verlauf angehoben. Das Unternehmen kündigte damals an, dass vom Umsatz 4,5 Prozent als bereinigter Gewinn bleiben sollen. Zuvor wollte der Modehändler das Vorjahresniveau von 2,8 Prozent erreichen.

Zalando hatte erst vor dem Börsengang im Oktober 2014 erstmals schwarze Zahlen geschrieben. Seit dem Start auf dem Frankfurter Parkett hat sich der Aktienkurs des Modehändlers positiv entwickelt. Derzeit liegt die Aktie mit einem Kurs von 31,55 Euro (Stand: 10 Uhr) rund 46 Prozent über dem Emissionspreis von 21,50 Euro. Anfang Juni schaffte Zalando im zweiten Anlauf zudem den Sprung in den MDax.