Das Berliner Start-up soll seine Events unter dem Dach des Schweizer Konzerns Infront weiter wachsen lassen. Der Exit sorgt auch für ein Runner’s High bei Crowdinvestoren.

Staffelübergabe im Wachstumssprint: Das in Berlin ansässige Start-up Xletix, ein Veranstalter von Hindernisläufen, wird komplett von dem Schweizer Sportmarketingkonzerns Infront übernommen. Es habe „immer mal wieder Kaufinteressenten“ gegeben, sagt Xletix-Mitgründer Jannis Bandorski gegenüber WirtschaftsWoche Gründer. Die Expertise und das Netzwerk von Infront habe schlussendlich den Ausschlag gegeben – neben weicheren Faktoren: „Wenn man mit jemandem gerne laufen geht und danach ein Bier zusammen trinkt, ist das auch eine gute Voraussetzung, um erfolgreich und gerne gemeinsam zu arbeiten“, sagt Bandorski.

Die finanziellen Details der Transaktion wurden nicht offengelegt. Eine Bonuszahlung gab es jedoch für die 340 Seed-Investoren, die das Start-up 2014 auf einer Crowdfunding-Plattform unterstützt haben. Statt der damals angestrebten 350.000 Euro kamen zwar nur 266.000 Euro im Rahmen eines am wirtschaftlichen Erfolg orientierten Darlehens zusammen – die Anleger dürfen sich nach Angaben der Plattform Seedmatch jetzt aber über eine “Vervielfachung” ihres Investments freuen.

Stärkerer Fokus auf das Sponsoring

Das 2013 unter dem Namen Krassfit gestartete Start-up veranstaltet verschiedene Laufreihen, bei denen Privatpersonen und Firmenteams verschiedene Hindernisse in der Natur überwinden müssen. Nach eigenen Angaben sollen in diesem Jahr knapp 200.000 Teilnehmer an Veranstaltungen des Start-ups teilnehmen. Neben den Umsätzen durch die Teilnahmegebühren setzt die Firma auch auf Einnahmen aus dem Sponsoring der Events.

Hier kann Infront seine Stärken ausspielen. Der Konzern vermarktet Athleten, Vereinen und ganze Sportserien und verdient am Engagement zahlungskräftiger Sponsoren sowie an den Medienerlösen mit. Um die eigene Wertschöpfungskette zu erweitern, veranstaltet die Firma auch eigene Sportevents. So gehört etwa die World Triathlon Series zum Portfolio des Konzerns. In dieselbe Sparte wird nun auch Xletix eingegliedert.

Eine Atempause gönnen sich Gründer und Team dabei jedoch nicht: Nach Angaben von Bandorski und seinem Mitgründer Matthias Ernst wechseln alle Mitarbeiter zum Sportrechtevermarkter und werden von ihren bisherigen Büros aus die Laufserien weiter vorantreiben.