Das Münchener Start-up nimmt lange Zeit nach dem Beginn eine große Summe auf. Grund sind die Chancen durch ein neues Gesetz – und eine neue Konkurrenz.

Neuer Anschub für eine Finanz-Plattform: xbAV, ein Technologieanbieter für die Digitalisierung der betrieblichen Altersversorgung (kurz bAV), hat eine Finanzierungsrunde über 21 Millionen Euro abgeschlossen. Damit will sich das junge Unternehmen noch stärker als Mittler zwischen allen Beteiligten – Arbeitnehmern, Vermittlern und Arbeitgebern – in dem Prozess positionieren.

Die Finanzierungsrunde, die das Wachstum des Unternehmens beschleunigen soll, wird von dem Schweizer Risikokapitalgeber Armada Investment angeführt. Dahinter steckt der Gründer Daniel S. Aegerter, der das Softwareunternehmen Tradex aufbaute und verkaufte. Nach Angaben von xbAV stocken zudem bestehende Geldgeber ihre Einlage auf. Dazu gehören etwa der Xing-Gründer Lars Hinrichs und 20 weitere private Investoren.

Neuer Schwung durch ein neues Gesetz

Auch wenn das Unternehmen nicht so häufig in die Öffentlichkeit tritt – den Kinderschuhen ist xbAV schon lange entwachsen: Das bereits 2007 von Martin Bockelmann (Foto) gegründete Start-up beschäftigt mittlerweile bereits 120 Mitarbeiter, die neben dem Hauptsitz in München auf Berlin und Saarbrücken verteilt sind. Dennoch erhielt das Geschäft in diesem Jahr noch einmal einen entscheidenden Schub: „2018 ist das Betriebsrentenstärkungsgesetz in Kraft getreten, das war für uns der richtige Zeitpunkt für die Finanzierungsrunde“, sagt Finanzvorstand Malte Dummel.

Mit dem neuen Gesetz wurden die starren Vorgaben für Unternehmen etwas gelockert – so sollen mehr Firmen motiviert werden, ihren Angestellten Angebote für eine betriebliche Altersversorgung zu machen. Die technische Plattform von xbAV soll nun auch weiter so ausgebaut werden, dass die erweiterten Möglichkeiten komplett digital umgesetzt werden können.

Auf dieses Feld haben sich auch einige andere Start-ups gestürzt, die zum Teil in Konkurrenz zu xbAV treten. Das erst 2017 gegründete Start-up Penseo positioniert sich etwa ebenfalls als Plattform, um mühselige Verwaltungsaufgaben zu übernehmen. Das Versicherungs-Start-up Fairr hat einen ETF-Sparplan für die betriebliche Altersvorsorge aufgelegt. Und das breit aufgestellte Insurtech Clark hat bereits vor einiger Zeit ebenfalls diese Sparte als Produkt integriert.