Die Hamburger erweitern mit dem Kauf des Dortmunder Start-ups ihre Angebotspalette. Der Hunger auf Programmierer bleibt für die wachsende Mobilitätsfirma groß.

Rückkehr im Eiltempo: Das Hamburger Start-up Wunder Mobility war kurz nach der Gründung ins Ausland ausgewichen, um dort Carsharing- und Ridesharing-Dienste aufzubauen und die Software dafür zu entwickeln. Im Sommer folgte dann der neue Fokus auf den deutschen Markt, inklusive einer Finanzierungsrunde über 26 Millionen Euro.

Jetzt schaltet das Mobilitäts-Start-up noch einmal höher: Wunder übernimmt das Dortmunder Start-up Fleetbird, welches sich auf die Software für das Management von Fahrzeugflotten spezialisiert hat. Für die Transaktion investiert Wunder nach eigenen Angaben einen niedrigen achtstelligen Betrag.

Das Team soll erhalten bleiben – und sogar mit zahlreichen Software- und Vertriebs-Spezialisten aufgestockt werden. Im Interview mit WirtschaftsWoche Gründer hatte Wunder-Gründer Gunnar Froh einen ehrzeizigen Wachstumspfad ausgegeben: Das Team solle innerhalb eines Jahres von 50 auf 150 Mitarbeiter wachsen. „An unserer Produkt-Roadmap lässt sich genau erkennen, wie viele Programmierer wir in den kommenden Monaten zusätzlich brauchen“, so Froh. Mit der Übernahme ist das Start-up jetzt nach eigenen Angaben bei mehr als 70 Mitarbeitern angekommen.

Inhaltlich will man sich als kompletter Technik-Anbieter für alle Arten von neuer vernetzter Mobilität aufstellen: Dazu zählen wie gehabt Carsharing- und Ridesharing-Dienste sowie – verstärkt durch die Fleetbird-Übernahme – auch die intelligentere Verwaltung von großen Flotten für Unternehmen. Gegenüber dem Handelsblatt sprach Froh aktuell von einem Jahresumsatz von „mehreren Millionen Euro” durch Lizenzgebühren für die Infrastruktur.

„Durch die Akquisition können wir unsere Kunden nun noch besser bedienen und unsere Marktführerschaft gemeinsam ausbauen“, ist der Fleetbird-Mitgründer Philip Müller überzeugt, der wie sein Kollege Benjamin Krüger (beide im Bild) weiter das Thema betreuen wird. Als Kunden sind für das neu aufgestellte Start-up also sowohl Firmen mit Fuhrparks als auch Plattformen wie der Elektroller-Anbieter Emmy relevant.