Das Londoner Start-up sammelt 40 Millionen Dollar ein und setzt sich ehrgeizige Ziele bei der Kundengewinnung. In dem globalen Fintech steckt auch deutsches Geld.

300.000 digitale Geldtransfer aus Deutschland in einem Jahr – ein Plus von 68 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das vermeldet das Londoner Fintech WorldRemit, das mit seinen Lösungen die mobile Übertragung von Geld über Grenzen hinweg vereinfachen will. Weltweit ist das Wachstum sogar noch beeindruckender: Seit der letzten Finanzierungsrunde im Jahr 2015 habe sich das abgewickelte Transaktionsvolumen weltweit sogar vervierfacht.

Jetzt folgt die nächste umfangreiche Geldspritze: In einer Wachstumsfinanzierungsrunde kann das Fintech 40 Millionen US-Dollar einsammeln, wie es heute bekannt gibt. Damit verbindet das 2010 gegründete Unternehmen ein ehrgeiziges Ziel: 10 Millionen neue Kunden will WorldRemit bis 2020 gewinnen. „Die neue Finanzierung wird unser Wachstum beschleunigen und uns dabei helfen, unseren Dienst Millionen Nutzern weltweit näherzubringen“, sagt Ismail Ahmed, Mitgründer und CEO von WorldRemit. „Wir freuen uns sehr, einen strategischen Investor überzeugen zu können, der unsere Vision teilt.”

In der aktuellen Runde erhöhen die kalifornischen Risikokapitalgeber Accel Partners und Technology Crossover Ventures ihr bestehendes Investment nach Angaben des Fintechs deutlich. Angeführt wird die Finanzierung jedoch von einem besonderen Investor: Leapfrog Investments beteiligt sich an schnellwachsenden Technologieunternehmen, deren Geschäftsmodell auch eine soziale Komponente für Entwicklungsländer in sich trägt.

Digitale Angreifer auf einen 600-Milliarden-Dollar-Markt

Das trifft bei WorldRemit zu: Insbesondere Gastarbeiter sind häufig darauf angewiesen, dass in der Fremde verdiente Geld in ihre Heimatländer zu überweisen, in denen keine ausgebaute Finanzinfrastruktur existiert – die Weltbank schätzte diesen sogenannten Remittances-Markt auf ein jährliches Volumen von mehr als 600 Milliarden US-Dollar. Dominiert wurde er lange Zeit von filialgebundenen Transferdiensten wie Western Union und MoneyGram.

Digitale Anbieter wie WorldRemit, Transferwise oder Azimo wollen sich einen Teil dieser Transaktionen sichern – und werben mit geringeren Gebühren und schnelleren Überweisungen. Aktuell würden aus 50 Ländern in 148 Zielländer Geld überweisen, teilt WorldRemit mit. Die beliebtesten Zielländer von Gastarbeitern in Deutschland seien Kenia, die Philippinen, Ghana, Nigeria, Uganda, Indonesien, Indien und Bangladesch.  Auch ein deutscher Investor ist beteiligt: Der Risikokapitalgeber Project A hatte sich in einer großen Finanzierungsrunde im März 2014 an WorldRemit beteiligt.