Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche tritt heute die Gründerin von Wonder, Shaghayegh Karioon, an. Sie baut einen besonderen Coworking-Space in Berlin auf. Wie urteilt Investmentmanagerin Kristin Müller?

Eine halbe Minute mit Investorin Kristin Müller im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir sind der einzige Coworking-Space für Frauen in Deutschland, mit einem Komplettangebot aus festen und flexiblen Arbeitsplätzen, Teambüros, Meetingräumen – plus Kinderzimmer und Bibliothek. Wir schaffen einen Ort, an dem Frauen auf starke weibliche Vorbilder und Gleichgesinnte treffen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Ich habe vor einigen Jahren bei einem Bürolösungsanbieter gearbeitet und dabei festgestellt: Coworking-Spaces für Frauen gibt es nur in den USA. Deutschland ist reif für die Idee.

Und wie verdient ihr damit Geld?
Wir müssen unsere Fläche als Coworking-Space gut auslasten. Und wir bauen eine Community auf – da verdienen wir durch Mitgliedschaften Geld. Die Mitglieder erhalten neben unserem Newsletter ein  Kontingent an freien Coworking-Tagen im Space und eine Option für die kostenlose Teilnahme an Netzwerk-Events oder kreative Workshops bei uns im Haus.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
Start-up der Woche
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d)…eher freundschaftlich und immer auf Augenhöhe.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Wir sind vielfältig. Auch wenn man dies auf den ersten Blick nicht glauben mag, da bei uns nur Frauen arbeiten. Wir sind aber sehr international und haben bereits Frauen aus Dänemark, den USA, Brasilien, Italien bei uns. Sie sind außerdem in vielen verschiedenen Branchen ausgebildet.

Was war euer größter Rückschlag?
Die Arbeiten an unseren Räumen haben viel länger gedauert als geplant, das ist bei einem selbst finanzierten Unternehmen schlecht. Daher konnten wir erst im August starten.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Wir haben eine große Frauen-Community aufgebaut, der wir neben Arbeitsplätzen auch passende Veranstaltungen bieten können. Wir wollen unser Konzept in andere deutsche Städte bringen.

Fakten zum Start-up

Kunden: 25
Förderung: KfW-Förderkredit
Gründung: 2016 in Berlin
Mitarbeiter: 3

Würde der Profi investieren?

Idee: 3/5
Geschäftsmodell: 3/5
Timing: 4/5

Urteil: „Coworking boomt, wie der Erfolg von WeWork zeigt. Ich schätze den Austausch zwischen Männern und Frauen. Aber sicher gibt es auch Frauen, die rein weibliche Büros vorziehen.“
Kristin Müller, Investmentmanagerin beim Bonner Wagniskapitalinvestor High-Tech Gründerfonds.

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