Wunderkinder, Metaio, Mitfahrgelegenheit, Autonetzer: Deutsche Start-ups gehen gerade weg wie die berühmten warmen Semmeln.

Nach der Übernahme der 6Wunderkinder durch Microsoft diskutierte die Szene leidenschaftlich darüber, WIE wichtig der Exit ist. Nachdem in den vergangenen Woche bereits Metaio, Mitfahrgelegenheit und Autonetzer den Besitzer gewechselt hatten, stellte der Exit des Berliner Start-ups bereits den vierten Exit binnen weniger Tage dar. Dabei zeigt der vorläufige Höhepunkt der kleinen Übernahmewelle zwar einerseits das Potenzial der deutschen Start-ups – aber auch ihre große Schwäche.

Doch der Exit ist manchmal auch Mittel zum Zweck: Die Übernahme durch ein anderes Unternehmen kann auch schlicht Marktkonsolidierung bedeuten. In dieser Woche war diese Art des Exits bei iPad-Kassensystemen zu beobachten: Marktführer Orderbird nutzte das Geld aus der letztjährigen 10-Millionen-Dollar-Finanzierung und kaufte den Erfurter Konkurrenten Pepperbill. Zu dessen Investoren gehörten die Heilemann-Brüder. Die DailyDeal-Gründer stampfen zudem auch ihr Suchmaschinenmarketing-Start-up Localize ein. Exit ist eben nicht gleich Exit.

Was aus einem Start-up werden kann, das nicht verkauft wird, zeigte sich in dieser Woche am Beispiel von Zalando. Der Onlinemodehändler dürfte vor Glück wieder einmal geschrien haben: Das Unternehmen wurde am Mittwoch offiziell in den MDax aufgenommen. Ab dem 22. Juni sollen die Aktien dort gelistet werden.

Vielleicht bleibt Deutschland auch deshalb ein beliebter Markt für Kapitalgeber. In dieser Woche legte nicht nur Nine Point Capital seinen dritten Fonds in Höhe von 55 Millionen Euro auf. Auch ein neuer Fonds aus London mit Kapital in Höhe von 106 Millionen Euro sieht Deutschland als Schlüsselmarkt für Investitionen. Felix Capital setzt dabei auch auf die Zusammenarbeit mit lokalen Venture Capitalists wie etwa Nine Point Capital. Selbst wenn also der Ausverkauf begonnen haben sollte, sieht es zumindest so aus, als sei die Finanzierung der kommenden Start-up-Stars gesichert.

Das Energie-Start-up Tado will künftig auch in den USA und in Südeuropa verkaufen – allerdings keine smarten Systeme für Thermostate, sondern für Klimaanlagen. Vor einem Jahr hatte das Unternehmen für seine neue Idee 200.000 Euro bei der Crowdfundingplattform Kickstarter eingesammelt – nun folgt die Expansion.

Und zum Schluss noch einen Blick in die USA: Vor mehr als einem Monat starb der Mann von Sheryl Sandberg bei einem Sportunfall in Mexiko. Nun nimmt sie in einem bewegenden Facebook-Post-Abschied und versucht einen Weg zurück in die Normalität zu finden – mit Offenheit und Emotionalität, aber auch Hilflosigkeit.

„Wenn Tragödien passieren“, schreibt sie auf Facebook, dann „gibt es eine Wahl. Du ergibst sich der endlosen Leere, die dein Herz erfüllt, deine Lungen zusammenschraubt, es fast unmöglich macht zu denken oder zu atmen. Oder du versuchst, einen neuen Sinn zu finden.“ Sie habe viel Zeit in dieser endlosen Leere verbracht und sie werde es auch weiterhin manchmal tun. Aber wenn sie die Wahl hat, dann will sie das „Leben und den (neuen) Sinn“ wählen.