Wer in Deutschland gründen möchte, kann dafür Geld vom Staat bekommen – wenn er die immer strengeren Voraussetzungen erfüllt.

Von Till Daldrup

Die Idee ist gut, doch das nötige Geld fehlt – so geht es vielen Unternehmern in der Startphase: Laut einer Bitkom-Studie kommen nur zwei Prozent der Startup-Finanzierung in den ersten vier Geschäftsjahren aus externen Mitteln, die Gründer sind oft auf sich allein gestellt. Um diese Finanzierungslücke zu überbrücken, helfen vom Staat finanzierte Förderprogramme, doch dafür müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein.

Ein erster Schritt, um wenigstens die eigenen Lebenshaltungskosten zu decken, ist der Gründerzuschuss der Arbeitsagentur für Arbeit. Er richtet sich an Erwerbslose und kann vom ersten Tag der Arbeitslosigkeit an beantragt werden. Der Zuschuss setzt sich aus dem zuletzt gezahlten Arbeitslosengeld und einem Förderbeitrag von 300 Euro zusammen. Nach sechs Monaten fällt das Arbeitslosengeld weg, für weitere neun Monate gibt es dann nur noch die Fördersumme.

„Das Programm sollte möglichst schnell beantragt werden“, sagt Paul Ebsen von der Bundesagentur für Arbeit. Denn einige Voraussetzungen muss der Gründer erfüllen: Er muss noch mindestens 150 Tage Anspruch auf Arbeitslosengeld haben und Qualifikationsnachweise liefern.

Daneben sollte auch das Unternehmenskonzept überzeugen. Denn bis 2012 war der Zuschuss bei gegebenen Voraussetzungen ein Rechtsanspruch, nun liegt er im Ermessen des jeweiligen Arbeitsamtes. Das bedeutet: Der Gründer ist im Zweifel vom Urteil seines Sachberaters abhängig. „Es gilt das Prinzip: Vermittlung geht vor Förderung“, sagt Paul Ebsen. „Wenn es also noch andere gute Jobaussichten für den Bewerber gibt, dann vermitteln wir ihn erstmal an andere Firmen.“

Der Antrag beim Arbeitsamt kann sich aber trotzdem lohnen – wenn das Konzept stimmt. „Wenn ich durch den Businessplan überzeugt bin, dass ich den Antragssteller nie wieder im Arbeitsamt sehe, dann fördern wir ihn natürlich“, sagt Ebsen.