Deloitte und EY verstärkten sich im vergangenen Herbst parallel mit Start-up-Schmieden- mit unterschiedlichen Strategien. Jetzt prescht Deloitte mit einer Personalie vor.

Neues Team an Bord: Der Venture-Bereich der Digitalsparte der Beratungsgesellschaft Deloitte, die im vergangenen Herbst den Berliner Company Builder Makers übernommen hatte, verstärkt sich mit fünf neuen Mitarbeitern. Besonders ist die Personalie, weil die Verstärkung dabei nach eigenen Angaben von der Konkurrenz stammt: Mit Lars O. Lüke und vier seiner Mitarbeiter kommt ein vormaliger Manager der Digitalberatung Etventure, die im vergangenen Oktober von der Beratungsgesellschaft EY aufgekauft wurde.

Die Personalie zeigt, dass sich das Wetteifern um die Digitalbudgets der deutschen Unternehmen weiter verschärft – und das Ringen um begehrtes Personal mit ausreichend Erfahrung intensiver wird.

Alle Beratungsgesellschaften hatten in den vergangenen Jahren bei Digitalagenturen und Start-ups zugekauft. Die Strategie: Lukrative Transformationsprojekte versprechen deutlich höhere Margen als das Prüfgeschäft, in dem zunehmend auch die automatisierte Verarbeitung von Daten wichtiger wird. Eine aktuelle Untersuchung des Analyseunternehmens Lünendonk & Hossenfelder hatte den großen Gesellschaften für das vergangene Jahr Umsatzzuwächse von mehr als 15 Prozent attestiert.

Mit den in nur kurzem Abstand verkündeten Deloitte/Makers und EY/Etventure-Deals im vergangenen Oktober hatten sich die beiden großen Berater und Prüfer mit bekannten Spielern auf dem deutschen Start-up-Markt verstärkt.

Ringen um die digitalen Köpfe

Lars O. Lüke spricht gegenüber WirtschaftsWoche Gründer von einem „einmaligen Gesamtpaket“ bei Deloitte, die den Ausschlag für den Start bei Deloitte Digital gegeben haben: „Das Kundenportfolio, der Verbund mit weiteren Deloitte-Expertenteams und der internationale Austausch – all dies waren Faktoren, die für unseren Wechsel ausschlaggebend waren.“ Man freue sich, „künftig mit Lars und seinem Team Umsatzpotentiale für unsere Kunden zu identifizieren und gemeinsam neue digitale Geschäftsmodelle aufzubauen“, kommentiert Deloitte-Digital-Chef Nikolay Kolev die Verpflichtung.

Bei der Konkurrenz reagiert man gelassen auf die Personalie. Zu einer konkreten Person will man bei Etventure keine Stellung nehmen. Im Gespräch mit WirtschaftsWoche Gründer bestätigt Gründer Philipp Depiereux jedoch, dass man sich „bereits Ende letzten Jahres aktiv von einem Mitglied des Managements getrennt“ habe. Zudem hätten sich zwei weitere Mitarbeiter in Richtung eines Mitbewerbers orientiert.

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