Das Hannoveraner Start-up sammelt 1,2 Millionen Euro von Investoren ein – und bereitet nun die Serienproduktion seiner Digitalisierungs-Box vor. 

Fitnessarmbänder, Smartwatches, Trainings-Apps: Solosportler haben viele Möglichkeiten, ihre Aktivitäten aufzuzeichnen und auszuwerten. Ein Hannoveraner Start-up will das digitale Tracking nun auf eine Sportart erweitern, bei der man auf mindestens einen Mitspieler angewiesen ist. Wingfield hat sich zum Ziel gesetzt, Tennisplätze in „Smart Courts“ zu verwandeln – und den Spielern umfangreiche Analysen zu bieten. Möglich machen soll das eine mit Kameras und einer Prozessoreinheit ausgestatteten Box, die am Netzpfosten befestigt wird.

Noch existieren von der „Wingfield Box“ erst Prototypen, doch noch in diesem Jahr soll das Produkt auf den Markt gebracht werden. Dabei helfen wird dem Start-up eine Finanzspritze: 1,2 Millionen Euro haben die Gründer Maik Burlage und Jaan Brunken gerade eingesammelt, wie Wingfield gestern bekanntgab.

Unter den Investoren sind demnach Klaus, Stefan und Horst Bente. Die Enkel von Adidas-Gründer Adolf Dassler fördern Start-ups über den 2017 gegründeten Berliner Accelerator Lead Sports. Wingfield war eines von 15 Start-ups bei der ersten Auflage des Programms. Weitere Geldgeber sind drei Privatanleger und der Hannover Beteiligungsfonds (HBF), der zur Wirtschaftsförderungsgellschaft Hannoverimpuls gehört. Im Frühjahr erst hatte Wingfield den ersten Platz bei einem Gründungswettbewerb von Hannoverimpuls und der Sparkasse Hannover gewonnen.

Trainingstipps per Smartphone-App

 „Diese Investition gibt uns jetzt die Möglichkeit, unsere Vision für die Zukunft des Tennis umzusetzen“, sagt Wingfield-CEO Burlage über die Finanzierungsrunde. Auf lange Sicht wolle das Start-up 200.000 Tennisplätze im Amateurbereich gegen eine geringe Servicepauschale mit seiner Box ausstatten. „Weltweit gibt es 50 Millionen aktive Tennisspieler. Mit unserer Software wollen wir ihnen die Möglichkeit geben, ihr Spiel zu analysieren und sich gegenseitig zu verbessern.“

Erfassen soll das System unter anderem Punktestand, Aufschlagsquoten sowie gewonnene Breakpoints. Die Spieldaten werden nach Angaben des Unternehmens von lernfähigen Algorithmen ausgewertet. Analysen sollen dann per App auf das Smartphone der Spieler geschickt werden, die sich vorher per QR-Code auf dem Platz eingecheckt haben. Kostenpflichtige Zusatzfunktionen in der App sollen nach dem Plan der Gründer zur Haupteinnahmequelle ihres Start-ups werden.