In puncto Finanzierung sind sich die beiden Unternehmen Flatastic und Studienscheiss einig: Der Mehrwert steht im Vordergrund, nicht der Umsatz. Die Studierenden wollen primär ihren Kommilitonen helfen. El Bay sagt: „Wir haben uns nicht vorher überlegt, in welcher Branche wir am meisten Geld machen könnten. Stattdessen haben wir uns mit unseren eigenen Problemen auseinander gesetzt und festgestellt, dass wir damit nicht alleine sind. Dann haben wir nach einer Problemlösung gesucht, nach etwas Sinnvollem eben, nicht nach einem Produkt, mit dem wir besonders viel Geld machen können.“

Neben den Unternehmen, die von Studierenden gegründet werden, gibt es eine Vielzahl von solchen, die Studierende als primäre Kunden bedienen. Eines davon ist „Readfy“. Die für iOS und Android verfügbare App bietet kostenlose E-Books an. Zurzeit sind es 40.000 Titel von etwa 900 Verlagen. Finanziert wird das Modell durch Werbung, die beim Lesen eingeblendet wird. Im Sommer soll ein zusätzliches Premiummodell kommen. Für einen monatlichen Abonnementpreis können die Kunden dann die Produkte ohne Werbung und vor allem offline lesen.

Das Freemium Geschäftsmodell ist nicht neu, man kennt es aus anderen Bereichen, beispielsweise mit „Spotify“ aus dem Musikgeschäft. Etwa 20 Prozent der User von readfy liegen in der Gruppe von 20 bis 29Jahren, viele von ihnen sind Studierende. Warum das Angebot so gerne von Akademikern genutzt wird, erklärt Miriam Behmer, Geschäftsführerin von Readfy: „Die Studenten müssen sich viele Fachbücher für ihren Unterricht kaufen und diese sind nicht günstig. In ihrer Freizeit sind sie dann sehr froh über ein kostenloses Angebot. Wir bieten also die optimale Ergänzung.“ Im Schnitt werden monatlich ein bis zwei Bücher pro Person gelesen.

Sie sind Querdenker und Pragmatiker. Mit ihrer oft anderen Perspektive auf das Geschehen haben Studierende die besten Voraussetzungen neue Produkte zu entwickeln. Probleme sehen, erkennen, lösen – so findet man die perfekte Idee für ein Start-up. Ebenso wichtig sind Studierende als Nutzer der Produkte. Anwendungen wie Flatastic, Studienscheiss und Readfy bieten einen wahren Mehrwert. Und auch wenn dabei nicht der große Umsatz im Vordergrund steht, ist es durchaus sinnvoll in die Kommilitonen zu investieren. Eines Tages werden sie es zurückgeben – schließlich sind sie die Eliten von morgen.