Der Erfindungsreichtum bei Krediten oder Geldanlagen macht FinTechs zum Schrecken von Banken und Versicherungen.

Sie sind jung, sie haben coole englische Namen und sie sind der Schrecken von Banken und Versicherungen: Finanz-Start-ups oder FinTechs. Die Dienstleister aus dem Netz erleichtern Geldüberweisungen, helfen bei Anlageentscheidungen oder machen Versicherungen transparenter. FinTechs – ein Kunstwort aus „Finanzen“ und „Technologie“ – profitieren dabei von der Verbreitung von Smartphones und Tablet-Computern sowie dem Trend zum Speichern von Daten übers Internet in großen Rechenzentren, dem Cloud Computing.

„Banken haben es einfach komplett verlernt, im Sinne des Kunden zu denken“, sagt Oliver Vins, Mitgründer der Internet-Plattform Vaamo. Sein Werbeversprechen lautet: „In drei Klicks zur Geldanlage“. Statt über Fondsprospekten zu brüten oder Kursverläufe von Aktien zu studieren, können Anleger ihr Sparziel, einen Zeitraum und ihre Risikofreude auf der Website angeben – eine Software im Hintergrund wählt entsprechende Anlageprodukte aus. Eine Partnerbank kümmert sich danach um die Abwicklung.

„Ich habe in meiner langen Zeit als Strategieberater im Bankenumfeld tagtäglich hautnah erlebt, wie groß das Potenzial für bessere und faire Finanzprodukte ist“, sagt Vins. Zusammen mit zwei ehemaligen Studienkollegen – auch sie Finanzfachleute – brachte er im vergangenen Jahr Vaamo online. Es sei zwar schwer, gegen die Banken mit ihren riesigen Marketingbudgets anzukommen, räumt er ein. Doch die Zeiten seien günstig: „Gerade die jüngere Generation unter 40 kann sich heute kaum noch vorstellen, eine Bankfiliale zu betreten und sucht nach guten Alternativen.“