Bei Finanzierungsrunden gewinnt Venture Capital an Bedeutung – auch in Deutschland. Eine Studie zeigt nun, wie attraktiv das Land für die Kapitalgeber ist.

Wenn die Start-up-Szene in Deutschland Kritik übt, dann gerne an den Finanzierungshilfen in Deutschland. Denn Berlin gilt zwar als hipper Hub, doch viele Gründer kommen trotzdem nicht an Geld – gerade, wenn sie nach der sogenannten Later-Stage-Finanzierung, also größeren Beträgen, suchen.

Dabei ist die Bundesrepublik für Risikokapitalgeber eigentlich ganz attraktiv. Das geht zumindest aus einer aktuellen Studie der spanischen IESE Business School hervor, die bemisst, wie interessant Staaten weltweit als Investitionsstandort sind. Und Deutschland schneidet – man möchte fast sagen: überraschend – positiv ab: In der Untersuchung landet der Bund auf Platz sieben von 120. Auf Platz eins finden sich die USA vor Großbritannien und Kanada.

Die attraktivsten Länder für Risikokapitalgeber

Platz 10: Schweiz
Bewertung: 85,7 Punkte
Platz 9: Neuseeland
Bewertung: 86 Punkte
Platz 8: Australien
Bewertung: 88,5 Punkte
Platz 7: Deutschland
Bewertung insgesamt: 89,5 Punkte
Platz 6: Hongkong
Bewertung: 90,1 Punkte
Platz 5: Japan
Bewertung: 91,3 Punkte
Platz 4: Singapur
Bewertung: 92,3 Punkte
Platz 3: Kanada
Bewertung: 93,9 Punkte
Platz 2: Großbritannien
Bewertung: 94 Punkte
Platz 1: USA
Bewertung: 100,0 Punkte

Interessant: Gerade die unternehmerischen Möglichkeiten machen Deutschland zu einem attraktiven Investitionsort für Venture-Capital- und Private-Equity-Firmen. In diesem Bewertungspunkt ergattert die Bundesrepublik den vierten Platz hinter den USA, Japan und Großbritannien. Die Studienautoren haben dafür fünf Punkte bewertet: Innovation, wissenschaftliche Artikel, die Belastungen der Unternehmensgründung und der -führung, die Einfachheit eines Geschäftsabschlusses und die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von Konzernen.

Düstere Aussichten für Start-ups und Gründer

Wenig überraschend schneidet die Bundesrepublik gerade im fünften Punkt gut ab (Rang drei), auch bei wissenschaftlichen Publikationen liegt sie weit vorne (Rang vier). Im Bereich Innovationen hat Deutschland allerdings deutlich an Boden verloren: Landete man bei diesem Punkt im Jahr 2013 noch auf Platz vier, ist es in diesem Jahr nur Rang acht.

Düster sieht es allerdings für Unternehmensgründer aus. Sie sind in Deutschland hohen Belastungen bei der Gründung und Führung einer Firma ausgesetzt. Das lässt zumindest die Platzierung vermuten: Die Bundesrepublik rutscht nach Platz 74 im Jahr 2011 und Platz 80 im Jahr 2013 auf Platz 83 ab.