Das Familienunternehmen will die Marke beibehalten und das Geschäft weiter ausbauen. Die 26 Mitarbeiter des Start-ups bleiben an Bord.  

Anderthalb Monate nach der Insolvenzanmeldung ist Wibutler gerettet: Das in Münster ansässige Smarthome-Start-up wird von Viessmann übernommen. Das gaben beide Unternehmen gestern bekannt. Demnach will der hessische Heiztechnikhersteller Wibutler als Marke erhalten – und das Produktportfolio ausbauen. Die 26 Mitarbeiter sollen übernommen werden.

Wibutler ist 2012 als Ausgründung der FH Münster entstanden. Das Unternehmen ist auf herstelleroffene Smart-Home-Lösungen spezialisiert. So können über eine Basisstation, die mehrere Funkstandards unterstützt, ganz unterschiedliche Produkte vernetzt und über eine App gesteuert werden.

Nach der Insolvenz teilte Wibutler-Geschäftsführer Michael Jüdiges Anfang des Monats mit, man sehe gute Chancen, einen neuen Investor zu finden. Bereits vor etwa einem Jahr habe man den Fokus verändert: Ursprünglich habe das Start-up auch auf einen direkten Vertrieb an Endkunden gezielt, dies sei aber nicht erfolgreich gewesen. Seither setze man darauf, die Lösungen vor allem über Handwerker und Industriepartner zu vertreiben.

Wachsendes Engagement bei Start-ups

Der neue Eigentümer will diese Strategie offenbar beibehalten. „Mit dem Engagement für Wibutler ergänzen wir unser Viessmann Komplettangebot im zukunftsträchtigen Smart-Home-Bereich“, sagt Karlheinz Reitze, verantwortlich für den Viessmann-Geschäftsbereich PV+E-Systeme. „Auf diese Weise bauen wir unsere Systemkompetenz weiter aus und treiben gemeinsam mit dem Handwerk die Entwicklung smarter Haustechnik.“

Das Familienunternehmen treibt sein digitales Neugeschäft unter dem Namen VC/O von Berlin aus voran. Dazu gehören auch Investitionen in Start-ups. So ist Viessmann am Münchner Wagniskapital-Fonds Vito Ventures beteiligt, das zuletzt etwa in das Bilderkennungs-Start-up Artisense und das Robotik-Softwareunternehmen Micropsi industries investiert hat. Darüber hinaus unterstützt Viessmann mit seinem Venture-Capital-Arm Vito One Start-ups in der Frühphase – wie etwa GridX.

Auch andere Mittelständler drängen über Beteiligungen an Start-ups in den Smart-Home-Bereich – Beispiel Gira: Der in Radevormwald ansässige Spezialist für Gebäudesteuerung war kürzlich an einer 3,2 Millionen Euro schweren Finanzierungsrunde von Senic beteiligt. Kernprodukt des Berliner Start-ups ist ein Controller, mit dem vernetzte Geräte im Haus auch ohne Smartphone gesteuert werden können.