Ein Münchner Start-up startet einen Sharing-Dienst für Waschmaschinen. Dahinter steckt Bosch-Siemens Hausgeräte.

Immer mehr Menschen mieten sich bei Bedarf ein Auto, statt es zu kaufen. Bei Waschmaschinen gibt es eine ähnliche Entwicklung – glaubt zumindest Philip Laukart, Chef des Start-ups WeWash. Im Jahr 2012 hätten 1,6 Millionen deutsche Haushalte keine eigene Waschmaschine gehabt, 2015 sei die Zahl schon auf 2,5 Millionen gestiegen.

Die Münchner wollen daher das Teilen der Geräte vereinfachen. „Wir bringen die Sharing Economy in den Haushalt“, sagt Laukart. Dazu haben die Münchner eine App entwickelt, auf der sich Nutzer für eine Maschine in ihrer Nähe registrieren können. Mit einer kleinen Box, dem so genannten Retrofit-Kit, können alle handelsüblichen Geräte an das System angeschlossen werden.

Hinter dem Unternehmen steckt die Bosch-Siemens-Hausgeräte GmbH. Laukart und seine zwei Mitstreiter Rafael Kirschner und Kay-Uwe Clemens haben WeWash Anfang 2016 ausgegründet.

Will WeWash damit künftig Waschsalons überflüssig machen? „Wir sehen uns eher als Partner der Aufsteller“, sagt Laukart. Er wolle helfen, die vorhandenen Gemeinschaftssysteme attraktiver zu machen. Hauptzielgruppe sind die Aufsteller von gemeinsam genutzten Maschinen im Waschkeller. Deren Nutzer wissen oft nicht, ob das Gerät frei und wann die Wäsche fertig ist. Hier soll die WeWash-App helfen. „Wir können überflüssige und nervige Gänge in den Keller ersparen“, sagt Laukart. „Und Hausbesitzer müssen keine Münzautomaten mehr leeren.”

Denn die Abrechnung erfolgt direkt über die App, WeWash behält 20 Prozent ein. Wer sein eigenes Gerät gegen Bezahlung für die Nachbarn zur Verfügung stellen möchte, kann dies auch tun. Das heute erstmals vorgestellte Angebot soll Anfang 2017 starten.