Der Rocket-Internet-Schützling wird zum Ikea-Konkurrent: Neben seinem Shoppingclub betreibt Westwing nun ein Online-Einrichtungshaus – vorerst zur Probe.

Der Hinweis ist klein, doch dank des knalligen Pinks kaum zu übersehen: „Pre-Opening“ steht dort in weißer Schrift, direkt daneben ein ebenfalls pinker Info-Button. Dort erklärt Westwing, ein zu Rocket Internet gehörender Shoppingclub, das neue Portal. Es heißt Westwingnow und soll den Verbrauchern, anders als bisher, dauerhaft Sortimente zur Verfügung stellen. Damit wird Westwing zum Ikea-Konkurrenten – aber nur langsam. Denn vorerst ist Westwingnow noch in der Testphase.

Der Unterschied zu Westwing: Während Kunden bei dem Onlineclub angemeldet sein müssen, um beispielsweise an zeitlich begrenzten Rabattaktionen für Möbel und Einrichtungsgegenstände teilnehmen zu können, bietet Westwingnow ein festes Sortiment. Die Lieferung soll ein bis drei Tage dauern. Für ein Rocket-Internet-Start-up geht Westwing damit einen sehr vorsichtigen Weg. Der Inkubator ist gewöhnlich dafür bekannt, Gründungen so schnell wie möglich in vielen Ländern gleichzeitig aufzubauen und so schnell wie möglich auf dem Markt mit massiven Werbemaßnahmen zu etablieren.

Der Onlineshoppingclub kann aber zumindest mit dem für Rocket Internet üblichen Wachstum punkten. Westwing hat in ersten neun Monaten 2014 ein Umsatzplus von 61 Prozent verbuchen können, wie die Zahlen von Rocket Internet zeigen. Demnach verdiente das Shoppingportal von Januar bis September vergangenen Jahres 124 Millionen Euro. Auch die Zahl der Bestellungen hat demnach deutlich zugelegt: Im Vergleich zum dritten Quartal 2013 konnte man die Zahl von Juli bis September 2014 mehr als verdoppeln. Obwohl die Ebitda-Marge in den ersten neun Monaten bei 34 Prozent lag, schrieb Westwing im dritten Quartal rote Zahlen. Für das dritte Quartal 2014 stand ein Minus von 15 Millionen Euro vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen zu Buche.