Die Idee zu Pegasus ist Descharmes und ihrem Kollegen durch dessen Lebensgefährtin gekommen, eine Ärztin. „Sie hat uns häufig davon erzählt, wie es im Krankenhaus und bei Notärzten läuft“, sagt Descharmes. Die Ärzte wüssten nicht, was der Patient gewollt hätte. Die Angehörigen seien überrascht, dass sie nicht einfach stellvertretend entscheiden dürfen, sondern dafür eine Vorsorgevollmacht benötigt hätten.

Der Clou von Pegasus ist die mobile Beratung. Wer krank ist, kann oft nicht mehr aus dem Haus. Aber auch junge Leute und Familien nutzten den Service zu Hause, weil er praktisch sei. Das Angebot sei so gefragt, dass Descharmes inzwischen nur noch Pegasus betreut, obwohl sie zuvor eigentlich eine Kanzlei für Straf- und Markenrecht gegründet hatte.

Ein persönliches Bestattungslied

Als eine Art von Vorsorge könnte man auch „Your Requiem“ bezeichneten. Your Requiem sorgt nämlich dafür, dass die eigene Bestattung den persönlichen Musikgeschmack trifft. Hinter Your Requiem stecken Alexander Paprotny (Komponist, Gitarrist und Sounddesigner) und seine Lebensgefährtin Nicole Zufelde (Musikmanagerin und Sängerin) sowie ein angestellter Tonmeister. Bei ihnen kann man zu Lebzeiten die Komposition eines Abschiedsliedes in Auftrag geben.

„Wir wollten ein Tonstudio gründen und etwas Innovatives machen“, erzählt Paprotny. Die Idee der individuellen Trauermusik sei schon länger in seinem Kopf herumgegeistert. „Am Anfang haben wir überlegt, ob es zu makaber ist, aber dann haben wir gemerkt: Nein, eine musikalische Biografie ist eine wirklich schöne Idee“, meint der 29-Jährige. Eigens komponierte Hochzeitsmusik, gäbe es schließlich auch, zumindest in den USA. Trauermusik werde demgegenüber oft stiefmütterlich behandelt und bisher oft nur von Einzelpersonen ohne professionelle Ausbildung bedient, sagt Paptrotny.

Your Requiem ist gerade ein paar Wochen auf dem Markt. Bisher hat es Gespräche mit potentiellen Kunden geben, aber noch keinen Kompositionsauftrag. Das arbeitsintensive Produkt ist mit etwa 10.500 Euro für eine vierminütige digitale Symphonie-Orchesterproduktion auch nicht ganz günstig. Aktuell lebt das Tonstudio über Musik für Filme und Computerspiele. „Aber ich glaube, Your Requiem hat großes Potential“, sagt Paprotny. Und wenn nicht, ist das Studio wohl bestens aufgestellt für Filmmusik: Mit Filmen wie „Honig im Kopf“, „Liebe“ und „Halt auf freier Strecke“ sind Alter, Krankheit und Tod schließlich momentan auch im Kino Kassenschlager.