Präventions-Tipp 1: Auf Anzeichen von Überarbeitung achten. Selbstständig sein verstehen viele Gründer als „selbst und ständig“. Selbständige arbeiten laut Statistischem Bundesamt im Durchschnitt 49 Stunden pro Woche, Angestellte nur 34 Stunden. „Selbstständige sind zumeist zufriedener mit ihrer Arbeit als Angestellte und Beamte und weniger anfällig für Burnout-Erleben. Aber niemand ist unbegrenzt belastbar“, sagt Professor Andreas Hillert, Chefarzt an der psychosomatischen Schön Klinik Roseneck. Er behandelt Menschen, die angesichts beruflicher Überbelastung erkrankt sind, und hat ein Buch über die Burnout-Thematik geschrieben.

Erste Anzeichen einer Überbelastung sind laut Hillert körperliche Symptome wie Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme und Schlafstörungen oder sonstige körperliche Missempfindungen, für die es keine körperliche Ursache gibt. Dann kämen oft depressive Beschwerden wie Antriebslosigkeit und Freudlosigkeit hinzu. „Wie gut ein Mensch gegenüber beruflichen Belastungen aufgestellt ist und wo Prävention ansetzen kann, lässt sich mit Fragebögen ausloten“, erläutert Hillert. Einen ersten Selbsttest für „Burnout“-Anzeichen bieten die Schön-Kliniken online.

Präventionstipp 2: Ausgleich – egal wie. Wer Überarbeitung frühzeitig erkennt, kann gegensteuern. Tai Chi, Progressive Muskelentspannung und Autogenes Training sind eine Möglichkeit, aber nicht die einzige. „Der Lieblingssport oder das Lieblingshobby ist meist ebenso effektiv wie vielpropagierte Entspannungstechniken“, meint Chefarzt Hillert.

Was einen entspannt, könne nur jeder persönlich wissen. Ob Joggen, Fußball oder Kaffeeklatsch mit der besten Freundin – wichtig sei nur, dass man genügend persönliche Entlastungsstrategien habe und tatsächlich nutze.

Präventionstipp 3: Aufgaben abgeben. „Ohne mich geht nichts“ – solche Sätze hören Hillert und seine Kollegen häufiger. Ein Therapieziel sei dann, die eigenen Anforderungen auf ein tatsächlich leistbares Level herunterzufahren. Auch wenn es schwer sei. „Ein professioneller Umgang mit den eigenen Ressourcen beinhaltet, seine Möglichkeiten und Grenzen zu reflektieren, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist“, meint Hillert.

Privatleben und Arbeit trennen und auch mal Aufgaben abgeben, sind zwei Präventionstipps. Externe Hilfe wie Büroservice können Gründer schließlich auch schon vor einem Krankheitsfall in Anspruch nehmen.