Eine Agentur besorgt Studienplätze im Ausland oder holt Amerikaner nach Deutschland. Der Trend ist nicht neu, aber er nimmt andere Dimensionen an – Start-ups helfen dabei.

Von Johanna Küppers

140.000 junge Erwachsene wollen jährlich ins Ausland – Tendenz steigen. Besonders beliebt sind Länder wie Österreich, die Niederlande, die Schweiz, Großbritannien, die Vereinigten Staaten und Frankreich. Aber trotz europäischer Richtlinien sind die Universitäten in Europa sehr unterschiedlich und das Angebot oft unübersichtlich. In den vergangenen Jahren haben sich deshalb diverse Agenturen gegründet, die es sich zur Aufgabe gemacht haben zwischen Studierenden und Universitäten zu vermitteln.

Der Markt der Studienplatzvermittlung in Deutschland ist relativ frisch: 2011 starteten dort die ersten Agenturen, die sich über die Vermittlungsgebühr der Studierenden finanzieren. In anderen Ländern ist das anders. Griechenland beispielsweise, hat 14 Agenturen, die bereits seit 30 Jahren im Geschäft sind.

Eine der führenden Vermittlungsagenturen in Deutschland ist „Studimed“. Sie konzentriert sich auf die Studienfächer Human-, Zahn- und Tiermedizin in Osteuropa. Gründer Henrik Loll sieht die Grenzen der deutschen Medizinausbildung: „Von 45.000 Bewerbern bekommen gerade mal 9000 einen Studienplatz. Für die Länder ist es nicht finanzierbar, die Plätze aufzustocken, wenn Schüler dann auf lange Wartezeiten verzichten möchten, bleibt nur der Weg ins Ausland.“ Der Makler, so wie Loll sich selbst bezeichnet, verschafft pro Jahr rund 150-250 angehenden Studierenden einen Platz im Ausland.

Günstig ist die Vermittlung nicht gerade, zwischen 8.000 und 18.000 Euro zahlt man für diesen Service. Vorteil daran: Wenn man eine Agentur einschaltet, ist die Wahrscheinlichkeit einen Platz an der Wunschuniversität zu bekommen sehr viel höher als ohne Unterstützung. Neben der Beratung bietet Loll außerdem Vorbereitungskurse für Aufnahmeprüfungen und Betreuung im Studienland selbst an. „Unsere Kunden sind zwischen 17 und 19 Jahren alt. Für die meisten ist es das erste Mal, dass sie soweit von Zuhause weg leben. Erschwerend kommt hinzu, dass in Bulgarien kyrillische Schriftzeichen benutzt werden. Alleine dort Behördengänge zu erledigen, sich eine Wohnung zu suchen oder einen Handyvertrag abzuschließen ist wirklich schwierig“, sagt der Kölner.