Amerikanische Start-ups erhalten so wenig Risikokapital wie lange nicht mehr, neue Milliardenbewertungen werden seltener. Platzt die Tech-Blase?

Das Risikokapital in der amerikanischen Start-up-Szene wird knapper: 2016 sank das Volumen an Venture-Capital-Investitionen im Vergleich zum Vorjahr um ein Fünftel. Das zeigt der aktuelle „MoneyTree Report“ des Branchendienstes CB Insights und der Unternehmensberatung PwC. 2016 investierten Wagniskapitalfonds insgesamt 58,6 Milliarden Dollar in amerikanische Gründer, 2015 waren es noch knapp 15 Milliarden Dollar mehr.

Im abgelaufenen Quartal war der negative Trend besonders spürbar: Zwischen Oktober und Dezember 2016 gab es für amerikanische Start-ups nur 982 Finanzierungsrunden. Das gab es in den USA zuletzt vor vier Jahren.

Gerade einmal vier neue „Einhörner“ wurden im vierten Quartal 2016 geboren. Das sind Start-ups, die mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet werden. Zum Vergleich: Im dritten Quartal 2015 waren es noch viermal so viele.

Quelle: PwC MoneyTree ReportQuelle: PwC MoneyTree Report

„2016 war wie eine Art Neustart nach den üppigen Investments im Jahr davor“, sagt Anand Sawal, CEO des Venture Capital-Branchendienstes CB Insights. „Aber nochmal für alle, die gedacht haben, dass die Start-up-Blase 2016 platzen würde: Das war nicht so. Es war ein schwieriges Jahr.“

Mehr Investoren aus Asien und dem Nahen Osten

Für dieses Jahr erwartet der Experte, dass die Einhörner Probleme bei größeren Kapitalrunden bekommen werden. Andererseits könnten neue Großinvestoren aus Asien und dem Nahen Osten für mehr Geld im Markt sorgen.

2016 bot schon ein Vorgeschmack auf diese neue Entwicklung: Der saudi-arabische Staatsfonds investierte im Juni 3,5 Milliarden in den Fahrtenvermittler Uber. Und das Augmented Reality Start-up Magic Leap schloss im Februar eine Kapitalrunde über knapp 800 Millionen Dollar ab, angeführt von dem chinesischen Hightech-Konzern Alibaba.